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Celle Ortsteile Celler Tierheim hat derzeit viel zu tun
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile Celler Tierheim hat derzeit viel zu tun
17:46 27.07.2018
Von Dagny Siebke
Quelle: Dagny Siebke
Celle

Die Seuche hat eine halbwilde Katze mit Babys eingeschleppt. Elf Tiere sind schon gestorben. „Das ist die Misere, wenn die Katzen nicht geimpft sind. Im Moment kämpfen wir im Schichtdienst um zwei Mütter mit je drei Jungen“, erläutert Brauner. Zur Sicherheit sagte sie allen Besitzern der geplanten Pensionsgäste ab. Die 51-Jährige betont: „Wir waren voll bis Ende August. Das ist für uns auch ein finanzielles Desaster. Mit der neuen Katzenquarantäne wäre das kein Problem gewesen.“ Seit etwa vier Jahren zieht sich der Neubau des Gebäudes für rund 50 Katzenboxen in die Länge. Fast 300.000 Euro hat das Tierheim schon investiert. Es fehlen noch mehrere zehntausend Euro, um die Pläne umzusetzen.

In einem Gemeinschaftsraum steht gut ein Dutzend Käfige neben- und übereinander. Hier sind Kleintiere als Pensionsgäste unterkommen. Doch Bartagame Gustaf ist Dauergast und stammt aus einer Beschlagnahmung. Sein früherer Besitzer ist umgezogen und hat das Reptil einfach in der früheren Wohnung zurückgelassen. „Das passiert öfter, als man denkt. Das ist wie bei Schildkröten. Irgendwann werden sie zu groß und zu langweilig“, sagt Astrid Brauner. Häufig unterschätzen die Besitzer aber auch, wie gut Schildkröten klettern können. In Aller, Fuhse und Angelteichen tauchen die Haustiere wieder auf und treten mit heimischen Arten in Konkurrenz. Ein Celler hat Schildkröte Annabelle als Fundtier in Vorwerk abgegeben. „Während wir telefoniert haben, hat der Hund des Hauses leider die Schildkröte angeknabbert“, erzählt Brauner. Nun muss Annabelle in Vorwerk verarztet werden.

Seit 1. Juni erhält Astrid Brauner von Thomas Hoppenstedt Verstärkung bei der Tierheimleitung. „Wenn ich von etwas Ahnung habe, dann sind es Hunde“, sagt der 52-Jährige über sich selbst. Zu Hause hat er schon drei Hunde. Im Tierheim kümmert sich der Mann aus Oerbke vor allem um die Spezialfälle. Atesch zum Beispiel ist ein junger Herdenschutzhund, der leider viel zu groß für eine Drei-Zimmer-Wohnung ist. Mit seinen 17 Monaten wiegt er schon fast 60 Kilogramm. Wahrscheinlich werden noch 15 Kilogramm oben draufkommen. „Atesch braucht Training. Er ist hier im Tierheim nicht ausgelastet, da wir leider nicht die Zeit haben, uns mit allen 40 Hunden intensiv zu befassen“, erklärt Hoppenstedt.

Atesch verbringt immer mehr Zeit mit Hündin Scully, die schon etwas älter ist. „Wenn er sich erst mal seinen Rüffel abgeholt hat, akzeptiert er sie auch“, so Thomas Hoppenstedt. Schrittweise werden die Hunde zunächst einmal mit Maulkorb aneinandergeführt. „Das ist sowohl für uns als auch für die Hunde ein Training. Jeder Hund sollte mal Maulkorb tragen. Schließlich können wir nur vor und nicht in die Köpfe hinein schauen.“ Gerade bei Fundhunden wisse man nicht, was diese erlebt haben. Doch auch bei Hunden aus Familien seien die Mitarbeiter vorsichtig. „Mit manchen kann man alles machen, doch wenn sie zum Tierarzt müssen, sind sie nicht mehr zu halten“, erzählt Hoppenstedt.

Seit einem Jahr werden manche Hunde in Gruppen gehalten: „Wenn die Hunde schon das Pech haben, im Heim zu landen, dann sollen sie nicht in Einzelhaft kommen“, betont Hoppenstedt. Ehrenamtliche Gassigänger wie Hendrik Röhrs setzen sich oft stundenlang in die Ausläufe und spielen mit den Hunden. Der 20-Jährige ist gerade dabei, drei Hunde aus Rumänien an den Menschen zu gewöhnen. „Dort haben Hunde einen anderen Stellenwert. Sie werden an Ketten gehalten und einfach entsorgt, wenn sie krank werden.“ Rocket, Greta und Amy wurden vor der Hundetötungsstation gerettet. Jetzt versucht der Winser, ihnen die Grundkommandos beizubringen. Da die Hunde nur sehr groß und zutraulich, wenn nicht gar ängstlich sind, ist die Chance groß, dass sie bald ein neues Zuhause finden.

Erst in der Internet-Steinzeit, nun in die digitale Zukunft katapultiert. In zwei Jahren werden in Teilen des Landkreises die Bürger, die bisher als unterversorgt galten, mit bis zu 1000 MBit/Sekunde durch das weltweite Netz surfen und Daten austauschen können. Glasfaser macht es möglich. Die Celler und der Rest des Landkreises können da erst einmal nur neidisch zuschauen. Wird die Stadt Celle nun abgehängt? Ganz so dramatisch ist es nicht. Das Stadtgebiet gilt mit derzeit in der Regel etwa 100 Mbit/Sekunde als gut versorgt, doch von einem Hochgeschwindigkeitsnetz, wie es künftig Vodafone und der Landkreis Celle betreiben, ist man weit entfernt. Und daran wird sich wohl so schnell wohl auch nichts ändern.

Gunther Meinrenken 27.07.2018

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