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Celle Ortsteile Celler Zuwanderungsagentur: "Maschweg" sorgt für Defizit
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile Celler Zuwanderungsagentur: "Maschweg" sorgt für Defizit
12:23 15.12.2017
Von Gunther Meinrenken
Quelle: Alex Sorokin
Celle

Vor etwas mehr als einem Jahr hatte die Zuwanderungsagentur an der Hohen Wende den Betrieb aufgenommen. Nachdem sich die Mende-Idee eines "Bildungscampus für Flüchtlinge mit überregionaler Bedeutung" mangels Fördermitteln zerschlagen hatte, fungiert die Einrichtung nach wie vor als Aufnahmelager für das Land Niedersachsen mit einer Kapazität für 250 Flüchtlinge, zusätzlich wurde in Zusammenarbeit mit vor allem Celler Institutionen ein umfangreiches Bildungsmanagement für die Flüchtlinge auf die Beine gestellt.

"Das Aufnahmelager und unsere Angebote für die dort untergebrachten Flüchtlinge arbeiten kostendeckend", erklärt Beyer. Das sei leider bei der Zentralen Anlaufstelle am Maschweg nicht der Fall. Dort würden die Celler Kontingentflüchtlinge untergebracht, sprich diejenigen, die der Stadt Celle zugewiesen wurden. Und genau bei den Kosten für deren Betreuung falle das starke Defizit an.

Erklärung: "Ein Teil der entstehenden Kosten wird für den Personenkreis der Asylbewerberleistungsempfänger vom Landkreis Celle gedeckt", so Beyer. Würden die Flüchtlinge allerdings als Asylbewerber anerkannt, fallen sie in die Zuständigkeit des Jobcenters. Das zahle zwar noch für die Unterbringung, aber auf den Kosten für die Integration bleibe die Stadt sitzen.

Einer derjenigen übrigens, der diesen Sachverhalt wohl absichtlich falsch verstehen wollte, ist AfD-Ratsherr Frank Pillibeit. Er hat sogar einen Sitz im Betriebsausschuss der Zuwanderungsagentur, sollte die Zusammenhänge also kennen. Im Celler Rat trat er trotzdem wider besseren Wissens dafür ein, die Einrichtung zu schließen. SPD-Ratsherr Patrick Brammer nahm Pillibeit ins Gebet: "Ohne Zuwanderungsagentur wäre das Defizit erheblich höher. Wollen Sie das den Bürgern wirklich zumuten?" Und für Bernd Zobel (Grüne) bestätigten die "menschenverachtenden Aussagen" von Pillibeit, "dass die AfD eine rechtsextremistische Partei ist".