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Celle Ortsteile Celler fordern Schritte gegen globale Erwärmung
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile Celler fordern Schritte gegen globale Erwärmung
18:11 12.11.2017
Quelle: David Borghoff
Celle

„Ich bin einfach erschrocken“, leitet LIST-Mitglied Alexander Artmann sein kurzes Referat ein. So heftig fiel seine Reaktion aus, nachdem er sich mit dem „Zwei-Grad-Ziel“ auseinandergesetzt hat, ein Konsens, der von den Teilnehmern der Weltklimakonferenz vor zwei Jahren in Paris als Erfolg gewertet wurde. Man einigte sich darauf, dass die durchschnittliche globale Erwärmung dauerhaft unter zwei Grad über dem vorindustriellen Niveau zu halten sei. Artmann liefert prägnante Beispiele, wie die Welt in nicht allzu ferner Zukunft aussehe, beließe man es bei dieser Marke: Wasserknappheit, noch schnellerer Anstieg des Meeresspiegels, Hitzewellen mit für Menschen tödlichen Temperaturen. „Das Zwei-Grad-Ziel reicht nicht aus. Es muss viel mehr getan werden, und zwar schnell. Viel Zeit bleibt nicht“, fällt sein Fazit negativ und alarmierend aus.

Klaus Stahl zeigt mit der Vorstellung des Projektes „Stop talking, start planting“ Ansätze für Lösungswege auf. „Lasst uns weltweit Bäume pflanzen“, lautet der Aufruf der Organisation „Plant for the Planet“, die eigens eine Schokolade – klimaneutral hergestellt und fair gehandelt – auf den Markt gebracht hat. „Für einige meiner in letzter Zeit verputzten Tafeln sind einige Bäume gepflanzt worden“, erläutert Stahl das Modell: fünf verkaufte Tafeln gleich ein neuer Baum. Speziell die Kinder sollen aktiv werden, um auf diese Weise ihre Zukunft mitzugestalten. Stahl wird Schulen in Stadt und Landkreis ansprechen, um Aktionen auf den Weg zu bringen. Kostproben der Süßigkeit hat er mitgebracht.

Auch Anton Röhrs wird das Stehen in der Kälte durch Schokolade etwas versüßt. Er verfolgt die gesamte Veranstaltung, hört Werner Leise von Attac Celle zu, der über die Demonstrationen in Bonn, dem Ort der gerade stattfindenden Weltklimakonferenz, berichtet, sowie der Theatergruppe ohne Namen, die Passagen aus dem Buch „Die ganze Wahrheit über alles“ lesen. Er verharrt bewusst die Dauer von einer Stunde. „Ich möchte den anderen bewusst machen, dass Leute etwas tun“, sagt Anton Röhrs. Vereinzelt bleiben Passanten stehen, verschaffen sich einen Überblick, worum es geht. „Ich will Präsenz zeigen, es ist nicht unmöglich, auch außerhalb der Politik etwas fürs Klima zu tun“, präzisiert Röhrs. All das sind Schritte in Richtung des von Moderator Reinhard Rohde formulierten Ziels der Initiative: „Gesellschaftlich ist Klimawandel noch kein Thema – das muss sich ändern.“

Von Anke Schlicht