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Celle Ortsteile Celler lieben "Herdensingen"
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile Celler lieben "Herdensingen"
16:59 19.11.2017
Das Massenkaraoke-Event "Herdensingen" kommt bei den Cellern gut an. Die Veranstaltung in der CD-Kaserne war ausverkauft. Quelle: Oliver Knoblich
Celle

„Herdensingen“ mag eine etwas uncharmante Bezeichnung sein, trifft es aber ganz gut. Hier drängen sich Leute aller Altersklassen zusammen, um gemeinsam aus voller Kehle bekanntes Liedgut zu schmettern. Der Blick ist nach vorn gerichtet, auf die Band, vor allem aber auf die Leinwand darüber, auf der der jeweilige Liedtext eingeblendet wird, um sicher zu stellen, dass auch jeder textsicher ist. Das mit der Begleitmusik übernimmt das Team der CD-Kaserne – allen voran der Chef an der Gitarre – mit der eigens dafür gegründeten Hausband selbst: „Singen mit Bibu & den CD-Kasernen Piraten“.

Zum Aufwärmen gibt´s „Yellow Submarine“ von den Beatles – na klappt doch. Hier geht es um ein positives Lebensgefühl und nicht um Perfektion. Im Dunkeln singen alle Katzen gut … und tatsächlich klingt es gar nicht schlecht. „Marmor, Stein und Eisen bricht“ … zumindest die letzte Hemmschwelle. Das „Happy Birthday“-Ständchen festigt den Chor und das Zusammengehörigkeitsgefühl. Da steigen die „99 Luftballons“ stimmlich 1a in die Höhe. Es wächst zusammen, was heute, hier zusammen gehört - Mädelsgruppen, Singles, Pärchen werden zu einer singenden, wippenden, harmonischen Einheit. Kaum zu glauben, wie wenig es braucht, um Menschen glücklich zu machen.

Andrea aus Grebshorn ist schon zum vierten Mal dabei: „Ich find es super hier. Ich genieße, dass es so locker und ungezwungen zugeht. Man kann einfach mal lossingen, wie vielleicht zuhause vorm Fernseher. Ohne aufzupassen, dass jeder Ton sitzt.“ Mit ihrer Begeisterung hat sie auch fünf Freundinnen angesteckt. Eine davon ist Susanne aus Jarnsen. „Ich bin zum ersten Mal dabei und hab so richtig viel Spaß. Das kommt auch, weil die Band so mitgeht und einem ein gutes Gefühl gibt. Die Karten fürs nächste Mal sind schon gekauft“.

Die Band auf der Bühne hat ganz an dem Spektakel genauso viel Spaß wie die Menge unten. Es swingt, rockt und groovt. Zwischen ein paar launigen Kommentaren gibt es handgemachte „Mucke“ voller Elan – und mit vollem Körpereinsatz. Die vorgemachte Animation klappt, bewegungstechnisch gesehen, nicht ganz bis in die hinteren Reihen. Dort muss die stimmliche Inbrunst genügen – ein Glas in der Hand bei leichtem Wippen – ein Hauch Ballermann mit Drews' „Bett im Kornfeld“. Der Mix ist gelungen. Zwischen Sarah Connor, Backstreet Boys, Howard Carpendale, Spider Murphy Gang und Queen entfaltet sich geballte Stimmgewalt voller Harmonie. Zur enthusiastisch besungenen „Nordseeküste“ schunkeln die Reihen im geeinten Schulterschluss, ein Bild wie im Bierzelt beim Oktoberfest.

Nach jedem achten Song gibt es eine Pause – zu spät um die Stimmbänder zu schonen, aber gut, um sie frischfeucht zu benetzen. Eifrig wird die Wunschbox mit neuen und alten Songvorschlägen gefüttert – für ein nochmal so vergnügliches 5. Mal: Am 5. Januar gibt es das nächste „Herdensingen“ in der CD-Kaserne.

Von Doris Hennies