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Celle Ortsteile Celler schwärmen aus zum "Bienenfest"
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile Celler schwärmen aus zum "Bienenfest"
18:37 03.09.2017
Von Michael Ende
Quelle: Fremdfotos/eingesandt
Celle

Institutsleiter Werner von der Ohe freute sich über den gewaltigen Besucherandrang: "Das liegt wohl daran, dass die Menschen das Sozialwesen Honigbiene sehr fasziniert. Die Reaktionen zeigen es: Besonders angetan sind unsere Gäste von dem unerschöpflichen Drang unseres Teams, jedem, ob Laie oder Fachkundiger, in verständlicher Weise über unsere Forschung, Untersuchungen und imkerliche Arbeiten zu informieren – und dies gepaart mit dem schönen Ambiente des Institutes mit Bienengarten nahe der Innenstadt.“

Auch viele Familien mit Kindern kommen immer wieder gern an diesem Tag. Kinderprogramm gibt es bei vielen Veranstaltungen, aber wo kann man schon ein Bienenwettfliegen machen, Kerzen drehen und sich Bienen aus nächster Nähe anschauen? „Die Kinder sind nicht Besucher, sondern nehmen eigentlich teil“, erklärt von der Ohe: „Manche Eltern scheinen über einige Jahre wiederholt kommen zu müssen, weil die Kinder unbedingt an unserem Bienenfest teilnehmen wollen. Weiterhin kommen zahlreiche Imkergruppen; die weiteste Anreise hatte eine Gruppe mit über 40 Personen aus Oberösterreich.“

Der Ansturm war so groß, dass sich zum Beispiel im Kinderbereich Warteschlangen bildeten. "Ist nicht schlimm", sagte die achtjährige Sofie, die mit ihren Eltern Anke und Thomas Wiechman aus Hannover ins Bieneninstitut gekommen war. "Mein Opa ist auch Imker", sagte Sofie, bevor sie sich endlich ihr eigenes Glas Honig abfüllen und mitnehmen konnte – so etwas macht süchtig. Vielleicht wird die Kleine später auch mal Bienen halten? Unwahrscheinlich ist das nicht. Denn Imkern liegt im Trend.

Während die Wildbienen bedroht seien, steige seit geraumer Zeit die Anzahl der Bienenvölker in Deutschland und auch besonders in Niedersachsen, so von der Ohe: "Wir haben seit Jahren eine enorme Zunahme an Neuimkern, teilweise mit eigener Charakterisierung wie das Urban Beekeeping." Allein in den vergangenen fünf Jahren hätten die Imkervereine in Niedersachsen einen Zuwachs von 25 Prozent verzeichnet: "Das sind fünf Prozent jedes Jahr. Sicherlich haben die Neuimker anfangs nur wenige Bienenvölker, aber auch hier werden die Zahlen weiter steigen."

Seit rund zehn Jahren verzeichne man bereits eine Zunahme bei den Berufsimkern, sagte von der Ohe: "Berufsimkereien werden auch immer größer, stellen Auszubildende ein, die dann zur Berufsschule am Institut für Bienenkunde Celle kommen. Die Aussichten für die ausgebildeten Imker sind sehr gut, sie werden teilweise von ihren Betrieben übernommen oder machen sich selbstständig. Einige gehen auch ins Ausland, vor allem auf die Südhalbkugel. Die dortigen Imkereien importieren mit den neuen Angestellten Know-how aus Deutschland."

Wer gestern nicht dabei war, kann das Institut auch einfach so besuchen. "Der wunderschöne Institutsgarten ist während der Woche von montags bis donnerstags von 9 bis 17 Uhr und freitags von 9 bis 12 Uhr geöffnet", so von der Ohe: "Über die Tourismus und Marketing Gesellschaft CTM kann man auch Führungen buchen. Wir haben Gästeführerinnen fortgebildet."