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Celle Ortsteile Cellerin Irmgard Knop feiert 100. Geburtstag
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile Cellerin Irmgard Knop feiert 100. Geburtstag
20:09 21.02.2014
Von Christopher Menge
Irmgard - Knop Quelle: Benjamin Westhoff
Wietzenbruch

Sie hat den Bombenhagel auf Stettin erlebt, hat ihren Ehemann und den Großteil der Familie im Krieg verloren und ihr Haus wurde vor 15 Jahren bei einem Brand zerstört. Dennoch sieht man Irmgard Knop eine gewisse Zufriedenheit an, wenn man in ihr Gesicht blickt. „Es war ein Hoch und Runter“, sagt die Seniorin, die am Mittwoch ihren 100. Geburtstag feiert, „ich bin dankbar – für jedes kleine Ding.“

Seit anderthalb Jahren lebt Knop im Wilhelm-Buchholz-Stift in Wietzenbruch. „Ich bin so glücklich hier“, sagt die Seniorin, die in dem Seniorenheim im Kreis der Familie ihren Ehrentag begeht. Wenn sie sonst nicht in ihrem Zimmer oder auf der Terrasse anzutreffen ist, zockt die Jubilarin wohl gerade Karten. In drei Doppelkopfrunden ist Knop noch aktiv. Außerdem geht sie jeden Sonntag zur Kirche.

Geboren wurde Knop in Grambin bei Stettin. „Den Sommer habe ich auf dem Lande erlebt“, erinnert sich die 100-Jährige, „ich bin zweisprachig aufgewachsen – dort wurde nur plattdeutsch gesprochen.“ Neben der alten Sprache erlernte Knop auch das Klavierspielen – später gab sie selbst Klavierstunden. Nach der Trennung von ihrem ersten Ehemann heiratete Knop Enno, doch dieser fiel in Stalingrad.

Auf der Flucht lernte Knop in Dassel schließlich Gerhard kennen und lieben. Aus der Ehe gingen zwei Kinder, vier Enkeltöchter und zwei Urenkel hervor. 1952 kamen die Knops nach Celle, Gerhard unterrichtete am Kaiserin-Auguste-Viktoria-Gymnasium. „Das war damals noch eine reine Mädchenschule“, erzählt Knop, die mit ihrem Mann viele Reisen unternahm. „Wir sind die ganze Mittelmeerküste abgefahren, waren in Thailand und Vietnam“, erzählt Knop mit strahlenden Augen.

Eine Reise führte die beiden auch nach St. Petersburg – Gerhard Knop nahm als Schachmeister an einem Turnier teil. Ihr liebstes Reiseziel war aber die dänische Insel Fanö. „Dort habe ich immer die größten Bernsteine gefunden“, sagt Knop, „dabei habe ich mich einfach nur hingesetzt, während die anderen gesucht haben.“

Nachdem 1999 ihr Haus in Winsen abbrannte und ein Jahr später ihr Mann verstarb, lebte Knop noch lange alleine in Celle. Ihre Familie, das Doppelkopf- und das Klavierspiel halten sie fit – bis heute.