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Celle Ortsteile Celles Geisterstadt rottet vor sich hin
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile Celles Geisterstadt rottet vor sich hin
13:48 01.09.2017
Von Michael Ende
"Schöner wohnen geht anders": Im Klein Hehlener "Musikerviertel" wuchert wie hier in der Bachstraße das Unkraut. Quelle: Fotocredit
Klein Hehlen

KLEIN HEHLEN. Wenn Klein Hehlens Ortsbürgermeister Klaus Didschies (CDU) zum Bäcker geht, plant er tüchtig Zeit ein: “Ich werde bei jeder sich bietenden Gelegenheit von Bürgern darauf angesprochen, ob es etwas Neues in Sachen BIma-Grundstücke gebe. So dauert das Brötchenholen manchmal fast eine Stunde." Die „Rückmeldungen aus der Bevölkerung“ seien in zwei Kategorien zu unterteilen: "So bekomme ich häufig Anfragen potenzieller Käufer und zukünftiger Mieter, die ich formell an die städtische Wohnungsbaugesellschaft verweise. Aber dennoch fragt man mich immer wieder, warum die Verhandlungen so lange dauern würden." Eine für die Bürger nachvollziehbare Begründung falle Didschies nach so langer Zeit immer schwerer: "Ich sage immer, dass der Ankaufspreis für eine gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft wirtschaftlich vertretbar sein muss und die BIma zurzeit andere Preisvorstellungen hätte. So sei man sich noch nicht einig, bliebe aber im Gespräch."

Andere Bürger regten sich zu Recht über den Zustand mancher Gebäude und Grundstücke auf, so Didschies. In der jüngsten Ortsratssitzung hätten Bürger „Eigentum verpflichtet“ skandiert: "Es hieß, die Stadt Celle sehe zu, wie die Immobilien der BIma verkommen und an Wert verlieren würden, anstatt endlich zu kaufen."

Zum Start der Verkaufsverhandlungen halten sich sowohl die Stadt Celle und die WBG als auch die BIma bedeckt. "Die Stadt Celle möchte von der Option des ersten Zugriffs Gebrauch machen und die Liegenschaften erwerben", heißt es seitens der BIma. Aktuell liefen noch immer Gespräche, so die städtische Pressesprecherin Myriam Meißner. "Die Stadt ist noch nicht Eigentümer der Immobilien in Klein Hehlen. Derzeit ist leider noch nicht absehbar, wann die Kaufverträge geschlossen werden können. Dazu sind noch wichtige Details zu klären.“

Didschies kann unterdessen zum Beispiel die Anwohner der Lortzingstraße verstehen: "Sie haben vor ihren Grundstücken das Chaos der Gebäude- und Außenanlagen der Deutschen-Geothermie-Immobilien und hinter ihrem Grundstück den Schandfleck der BIma-Immobilien. In mehrere Häuser wurde eingebrochen, und einzelne Einfriedungen wurden mutwillig beschädigt, die Anwohner sind verunsichert: Schöner wohnen geht anders." Es sei nur noch eine Frage der Zeit, die Gebäude rund um die Bachstraße eines Tages abzureißen und zeitgemäß zu überplanen, so Didschies: "Dazu den Waldstreifen bis zur Zugbrückenstraße – das ergäbe ein schönes Neubaugebiet für viele bauwillige Familien."