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Celle Ortsteile Dauerregen verstärkt Mückenplage in Celle
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile Dauerregen verstärkt Mückenplage in Celle
12:31 17.08.2017
Von Christoph Zimmer
Überschwemmungen, Pfützen und gut gefüllte Regentonnen: Nach starken Regenfällenherrschen für Mücken auch in Celle paradiesische Zustände wie selten. Quelle: Patrick Pleul
Celle

Auf der Weide und im Stall hat Hartmut Schrader in diesem Sommer eine Zunahme der Population der Mücken festgestellt. „Für die fliegenden Insekten sind die großen Regenmengen und die hohe Luftfeuchtigkeit ein Paradies“, sagt der Landwirt und Nutztierhalter aus Groß Hehlen. Mit einem speziellen Mittel, das Schrader seinen Rindern über den Rücken gießt, habe er das Problem gut in den Griff bekommen. „Das wirkt sehr gut“, sagt Schrader. „Aber die Rinder sind durch die vielen Mücken sehr unruhig in diesem Jahr.“

Im Pferdestall von Marcella Meinecke in Eicklingen gibt es in diesem Sommer so viele Fliegen, Bremsen und Mücken wie lange nicht mehr. „Bei dem Wetter hat die Population deutlich zugenommen. Außerdem sind die Tiere in diesem Jahr besonders aggressiv“, sagt die Pferdesportlerin, die mit ihrem Fuchswallach Borneo gerade die Deutsche Jugendmeisterschaft im Einspännerfahren in Bösdorf gewonnen hat.

Meinecke geht jeden Tag mit einem speziellen Fliegenspray in die Pferdeboxen und sprüht die Tiere ein. „Sie sollen auch mal ein bisschen Ruhe haben“, sagt sie. Die Tiere, die von Wolken von Mücken umgeben sind, seien sehr unruhig und aufgeregt bei all den unbeliebten Zweiflüglern. „Sie schlagen mit dem Schweif und mit dem Kopf um sich.“ Die Pferde seien komplett zerstochen.

In den Wald fährt Meinecke mit Pferd und Kutsche momentan nicht öfter als nötig. „Das geht eigentlich gar nicht. Es hilft nur, so schnell wie möglich wieder aus dem Wald zu fahren“, sagt sie. Konditionstraining absolviert die erfolgreiche Pferdesportlerin mit ihren Tieren derzeit nur auf dem Trainingsplatz in Eicklingen.

Monika Heinen will dagegen nicht von einer Mückenplage sprechen. Ganz im Gegenteil. „Es gibt sicher Menschen, die sich von den Mücken belästigt fühlen. Für den Bestand der Fledermäuse ist die Anzahl der Mücken aber ein Segen“, sagt die Verwaltungsleiterin von Gut Sunder in Meißendorf. In jeder Nacht machen die Fledermäuse laut Heinen rund 400 erfolgreiche Jagdflüge – und fressen dabei genauso viele Mücken. „Für sie ist es wie ein gedeckter Tisch. Ohne die große Anzahl an Mücken könnte sich der Bestand nicht halten.“

Auch für einige Vögel sei das Dasein der Mücken als deren Leibspeise positiv. „Insbesondere die Schwalben, die gerade ihre zweite Brut aufziehen, stürzen sich auf die Mücken“, sagt Heinen. Sie müssten sich für den Zug in den Süden rüsten.

Und es gibt noch eine gute Nachricht, von der vor allem regelmäßige Schwedenurlauber berichten können: So schlimm wie ein lauer Sommerabend in dem skandinavischen Land ist es hier nun auch wieder nicht.