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18:43 19.03.2012
Von Christoph Zimmer
Flugsportverein Celle Quelle: Christoph Zimmer
Scheuen

Einmal im Cockpit eines Flugzeugs zu sitzen, es auch noch selber zu steuern und vom Himmel auf die Erde gucken zu können – der Traum vom Fliegen ist so alt wie die Menschheit selbst. Aber für viele Menschen bleibt er genau das, auch wenn Fliegen heute längst zum Reisealltag gehört. Denn die Ausbildung zum Piloten kostet Zeit, Nerven und sehr, sehr viel Geld. „Es stimmt schon, ganz günstig ist es nicht“, sagt Detlef Knobloch, der erste Vorsitzende der Celler Flugsportvereinigung, mit einem Lächeln. Deshalb wurde nun ein neues Konzept erarbeitet, das die Ausbildung billiger macht. Außerdem werden künftig weniger Flugstunden für den Pilotenschein notwendig sein. Damit will der Verein vor allem junge Mitglieder gewinnen, die langfristig das Überleben des Vereins sichern sollen.

Durch die Flugschule würden zwar immer wieder jüngere Mitglieder in den Verein kommen, sagt Knobloch, „aber ohne einen solchen Regenerationsprozess wäre auch der Flugsportverein zum Sterben verurteilt.“ Aus diesem Grund werden einerseits immer jüngere Fluglehrer eingesetzt, die bei der Erlangung der Fluglehrerberechtigung finanziell unterstützt werden. Andererseits wurde die Ausbildung an sich verändert - durch ein neues europäisches Recht. Bisher hat ein Privatpilotenschein knapp 7000 Euro gekostet. Ab April wird ein Pilotenschein angeboten, der etwa ein Drittel günstiger sein wird. Auch die Anzahl der Flugstunden wird sich von 45 auf 30 reduzieren. „An den hohen Qualitätsstandards ändert sich aber nichts“, sagt Knobloch. Gültig ist der Flugschein für Maschinen mit einem Gesamtgewicht von bis zu zwei Tonnen. An Bord dürfen bis zu vier Personen befördert werden.

Einer der Fluglehrer ist Frank Heinevetter. Der ehemalige Bundeswehrsoldat hat mehr als 2500 Flugstunden in den Kampfflugzeugen Starfighter und Tornado geflogen. „Fliegen ist eine riesige Herausforderung“, sagte er. „Wenn man einmal in der Luft war, sieht man die Erde aus einer ganz anderen Perspektive. Das ist ein einmaliges Gefühl.“ Allerdings gehe es auch um Sicherheit und Verantwortung, Pflichtbewusstsein und Selbstkritik, Konzentration und Nervenstärke. „Neben der großen Leidenschaft fürs Fliegen sind das die wichtigsten Voraussetzungen“, sagt Heinevetter.

Wer nicht gleich selber den Pilotenschein machen möchte, kann am Flugtag des Flugsportvereins am 5. August abheben und unter anderem die historische Altstadt von Celle einmal von oben betrachten. Von 10 bis 17 Uhr können die Gäste auf dem Motorflugplatz Arloh in Scheuen einen Rundflug machen. Nähere Informationen zur Ausbildung und zum Flugtag gibt es unter www.flugsportvereincelle.de.