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Celle Ortsteile Die Eiche von Bostel erinnert an Ivenacker Eichen
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile Die Eiche von Bostel erinnert an Ivenacker Eichen
17:06 12.02.2010
Die Eiche auf dem Grundstück von Anke Schäfer. Quelle: Torsten Volkmer
Bostel

Die Eiche steht mitten auf dem Hof, und breitet über diesen ihr gewaltiges Astwerk aus. Hier und da musste schon gekürzt werden, weil zum Beispiel in Ast im Wind die Dachziegel abzufegen drohte. Im Sommer ist ihr Blätterdach ein riesiger Schattenspender.

„Schon als Kind faszinierte mich der riesige Baum und auch jetzt weise ich Besucher auf ihn hin“, sagte Schäfer. Im Herbst liege ihm ein Teppich von Eicheln zu Füßen. Sind sie dick oder viel, so wird der Winter streng, so sagt man. „Diese Eiche dürfte mit die älteste hier am Ort sein, Eichen sind das Wahrzeichen unseres Ortes“, sagte die Besitzerin. Vor 13 Jahren wurde der Baum zusammen mit einer schlankeren Eiche und einer Esche von der Stadt Celle unter Schutz gestellt.

Auch Ortsbürgermeister Helmut Schmidt kennt den Baum gut. „Ich beobachte den schon seit 70 Jahren“, sagt Schmidt. Viel verändert habe er sich in der Zeit nicht. Als Kind habe er unter dem Baum geschaukelt, an einem waagerechten Ast war das Schaukelseil befestigt.

Schäfers Großvater habe ihm erzählt, dass der Baum 700 Jahre alt sei. Dann hätte er den größten Teil der Geschichte Bostels miterlebt, denn der Ort wurde vor 750 Jahren erstmals urkundlich erwähnt, weiß Schmidt, der die Geschichte seines Dorfes bestens kennt.

Vielleicht gab es schon damals an dieser Stelle eine kleine Wohnstätte. Die Brinksitzersteller, auf die der heutige Hof zurückgehe, sei im 17. Jahrhundert erwähnt worden. Auf jeden Fall sei die Eiche ein gewaltiger Baum. Es könnte schon sein, dass sie den Ivenacker Eichen nahe kommt“, sagt Schmidt. Die Eichen von Ivenack im mecklenburgisch-vorpommerschen Landkreis Demmin zählen zu den ältesten Europas. Sie sollen 500 bis knapp 1000 Jahre alt sein.

Viele Zeitgenossen sehen Laub heute als lästig an. Schmidt blickt zurück und sagt: „Unsere Vorfahren waren froh, dass ihnen dieses Laub zur Verfügung stand. Sie nahmen es zum Beispiel zum Abdecken von Kartoffeln in Mieten.“

Von Joachim Gries