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Celle Ortsteile Die Plakate vom Kandidaten der Freien Wähler, Philip Siebold, bleiben hängen
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile Die Plakate vom Kandidaten der Freien Wähler, Philip Siebold, bleiben hängen
19:23 29.09.2017
Von Audrey-Lynn Struck
Quelle: David Borghoff
Altenhagen

Bei kleineren Parteien ginge es darum, mit der eigenen Kandidatur der Partei ein Gesicht zu geben. „Mit der Erststimme werbe ich vorwiegend für die Zweitstimme.“ In zwei Wochen erhofft sich der Altenhäger bessere Chancen, wenn es für ihn um den Einzug in den Landtag für den Wahlkreis Celle geht. Und einen Vorteil bringt Siebolds Doppelkandidatur auch mit sich: Seine Plakate bleiben hängen und werden nur durch einen Hinweis auf die anstehende Landtagswahl ergänzt.

Noch wichtiger als ein eigenes politisches Amt ist Siebold allerdings der Erfolg der Partei. „Die Menschen sollen sehen, dass wir in der Lage sind, gute, bürgerorientierte Sachpolitik zu betreiben“, sagt der Schüler. Hier in Norddeutschland seien sie immer noch im Aufbau, in Niedersachsen haben die Freien Wähler bisher nur etwa 300 Mitglieder. „Extrem viele Wählerschaften kennen uns noch gar nicht“, erklärt Siebold. In Süddeutschland mit Schwerpunkt Bayern sind die Freien Wähler mehr als nur bekannt: Ihnen ist bereits 2007 der Sprung in den bayrischen Landtag gelungen. Mittlerweile sind sie mit 18 Abgeordneten drittstärkste Fraktion.

Siebold interessiert sich schon seit Jahren für das politische Geschehen und engagiert sich ehrenamtlich in der Schülervertretung. Bereits im Alter von 15 Jahren trat er den Freien Wählern bei. Nach einiger Zeit des Suchens habe er schließlich eine Partei „frei von Ideologien“, in der er sich guten Gewissens politisch engagieren könne, gefunden. Vor allem die Forderung, dass „der Bund die Kommunen durch Finanzmittel unterstützen muss“, fand bei ihm großen Anklang.

Im Landtag hofft der 18-Jährige vor allem darauf, den Bau der Ostumgehung in Celle weiter voranzutreiben. „Ich sehe da großen Handlungsbedarf. Schließlich hat eine gute Infrastruktur auch Auswirkungen auf den kommunalen Fortschritt“, sagt Siebold. Außerdem seien die Straßen in den Dörfern zu eng und unübersichtlich, und schwere Verkehrsunfälle die Folge. „Erst durch die Ostumgehung und eine Entlastung des Verkehrs entstehen eine geringere Unfallgefahr und weniger Lärmbelästigung.“

Und ein weiteres Thema lässt den Schüler einfach nicht los: die Schließung des „Rio‘s“. „Ich persönlich leide sehr unter dem Gedanken“, gesteht Siebold. Deshalb hofft er, dass die beliebte Kneipe an einen anderen Standort umziehen werde. Platz genug gebe es ja. „Der Leerstand in der Innenstadt ist wirklich problematisch.“ Seine Idee: Die Altstadt in mehr Wohnraum umzufunktionieren und zusätzlich mit Bars und anderen Geschäften ein breiteres Freizeitangebot für Jugendliche zu schaffen. „Schließlich kann es wohl kaum im Interesse der Lokalpolitiker sein, dass die Jugend schon aus der Stadt weg ist, ehe sie überhaupt aus Celle ausgezogen ist.“