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Celle Ortsteile Dima Mondello begeistert in Bennebostel
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile Dima Mondello begeistert in Bennebostel
20:34 07.04.2013
Dima Mondello – hier mit - Sängerin Antje Kalkschmidt – - brachte auf Wietfelds Showbühne den Saal zum Kochen. Quelle: Gert Neumann
Bennebostel

Es dauert nicht lange und schon hat Mondello sein Publikum für sich gewonnen. Entertainer Mondello erweist sich als sympathischer Macho südländischer Art, der auch mal Sprüche von charmanter Unverschämtheit zum Besten gibt. Seine Lockerheit überträgt sich schnell aufs Publikum. Aber das ist nur die eine Seite. Die andere ist diejenige, dass er ein sehr guter Musiker ist, der wie selbstverständlich von Stil zu Stil springt.

Erst begleitet er die mit großem stimmlichen Charme singende Antje Kalkschmidt beim berühmten „Besame mucho“ frei nach einer Melodie von Enrique Granados. Aller Kitsch, der sich durch verschiedensten Banalbearbeitungen dieses Stückes ins Hörgedächtnis gegraben hat, verfliegt sofort. Ähnliches gelingt ihm bei Weills „Haifisch“-Song. Mondello nimmt zwar der Komposition Weills ein wenig die Doppelbödigkeit und Härte, verleiht ihr dafür aber ein inneres Grummeln, das so gar nicht gefällig wirkt und auf andere Weise dem Wesen dieser Musik gerecht wird. Überhaupt: Mondellos Musik verfügt über Zweierlei, über eine Oberfläche, die das Publikum geradezu anspringt, aber eben meist auch eine Tiefe, die diese Musik nicht oberflächlich wirken lässt. Vor allem aber ist Mondello ein Bauch-Musiker, dessen Jazz eben nicht erst über den Kopf läuft wie bei vielen akademischen Jazzern. Und er ist ein Musiker aus Leidenschaft, der diese Leidenschaft auch auslebt und deshalb so glaubwürdig wirkt. Dass er mit Achim Pelz dann auch noch einen Keyboarder an seiner Seite hatte, der nicht nur Boogie hervorragend kann, sondern auch noch vieles mehr, das nimmt für ihn ein. Und auch der Schlagzeuger Sadik wirkte keineswegs als Musiker zweiter Güte nur weil er etwas im Hintergrund stand. Schade allerdings, dass Mondello den Abend etwas arg in die Länge zog: Weniger wäre mehr gewesen. Auch bei der Lautstärke.

Von Reinald Hanke