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Celle Ortsteile Diskussion um Betreuungszeiten in Celler Kitas
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile Diskussion um Betreuungszeiten in Celler Kitas
15:49 29.10.2017
Von Gunther Meinrenken
Quelle: Julian Stratenschulte
Celle

Bisher hat lediglich das Gertrud-Kock-Haus in der Fuhsestraße bis 19 Uhr geöffnet. Aufgrund fehlender Nachfrage habe man ein solches Angebot bisher nicht auf andere Kindergärten ausgedehnt, heißt es in der Vorlage der Verwaltung. In Teilen würde der Bedarf in den Abendstunden oder am Wochenende durch Tagesmütter abgedeckt. Doch selbst hier werde dieser Service aktuell kaum nachgefragt. Das Angebot von drei Tagesmüttern für eine Betreuung über Nacht werde nicht in Anspruch genommen, an Wochenenden oder Feiertagen seien sporadisch fünf Kinder untergebracht.

"Die Tagespflege ist hier die geeignete Form der Betreuung", wie der zuständige Fachdienstleiter Peter Binz erläuterte. Und das alleine schon aus Kostengründen. "Nach dem Kita-Gesetz wären wir verpflichtet, allein schon für zwei Kinder zwei Mitarbeiter vorzuhalten." Das sei nicht bezahlbar. Die Tagespflege sei günstiger, auch wenn hier letztlich die Stadt so viel bezahlen würde, wie die Eltern in der Betreuungszeit verdienen würden.

Harald Range (FDP) war mit dieser Antwort nicht ganz zufrieden. "Die Verwaltung hat nicht die Zukunft im Blick gehabt, sondern nur die Vergangenheit und Gegenwart. Wir werden eine weitere Flexibilisierung der Arbeitszeiten bekommen, da müssen wir für Betreuungsmöglichkeiten den Rahmen geben", meinte er in Vertretung der Unabhängigen, die keinen Sitz im Jugendhilfeausschuss haben.

Doch eine Bedarfsanalyse, wie sie von einigen Ausschussmitgliedern gefordert wurde, sei schwierig. "Wir haben einmal den Bedarf für eine Krippe ermitteln wollen. 32 Eltern haben erst einmal Ja gesagt und wir haben nach Räumen gesucht. Als es dann losgehen sollte, waren nur noch zwei übrig geblieben, die anderen haben ihre Kinder bei der Oma oder anderswo untergebracht", berichtete Binz.

Letztlich einigten sich die Ausschussmitglieder darauf, das Thema mit dem Schwerpunkt flexiblere Öffnungszeiten im kommenden Jahr noch einmal zu vertiefen. Die Stadt möchte dann detaillierter das Angebot von Tagesmüttern darstellen.

Anja Werner, Leiterin der Erziehungsberatungsstelle und beratendes Mitglied im Jugendhilfeausschuss, möchte dabei noch einen anderen Aspekt diskutieren: "Wir sollten das Thema nicht nur unter dem Blickwinkel der Wirtschaftlichkeit betrachten, sondern auch aus entwicklungspsychologischer Sicht und uns fragen, welche Folgen es für die Kinder hat, wenn sie zu häufig von den Eltern getrennt sind."