Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Celle Ortsteile Edith Oelkers hat 7700 Euro für Celler Kinder gesammelt
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile Edith Oelkers hat 7700 Euro für Celler Kinder gesammelt
19:07 17.03.2015
Edith Oelkers mit ihrer Riesensocke aus dem Schaufenster. Seit 2006 sind bei ihrer Strickaktion für den Kinderschutzbund 7700 Euro zusammengekommen.  Quelle: Benjamin Westhoff
Boye

Ihr Strickzeug hat Edith Oelkers immer griffbereit. Vor allem abends strickt sie weiter, "zur Entspannung und um vor dem Fernseher nicht einzuschlafen". Die 62-Jährige sagt, sie stricke "schon immer". Als Lehrling hat sie sich noch ein paar Röcke selbst gestrickt. Für sie ist das wie eine Therapie, bei der hinterher sogar ein Produkt entsteht. "Ich muss immer was zum Greifen haben", erzählt Oelkers. Ständig habe sie Wollreste, aus denen sie Kindersöckchen macht. Gerade sitzt sie am Adventskalender für eines der beiden Enkelkinder, daran sollen 24 kleine Söckchen hängen.

Doch unzählige Socken strickte Oelkers bereits für die Strickaktion immer zur Weihnachtszeit bei Hussel am Großen Plan. Doch nun nach 18 Jahren ist sie nicht mehr für die Firma Hussel tätig, und auch die Strickaktion findet ihr vorläufiges Ende. "Vielleicht geht es im Sommer weiter", verrät Oelkers. Sie ist gerade dabei, ein neues Projekt zu planen.

Zu Beginn der Strickaktion überlegte Oelkers, sich an Russlandhilfen zu beteiligen. Doch eine Kundin machte sie auf Missstände direkt vor der Haustür aufmerksam und brachte sie auf die Idee, für den Kinderschutzbund zu spenden. Im Laufe der Jahre sind dafür ganze 7700 Euro zusammen. Anfangs waren es 2006 etwa 300 Euro pro Aktion, zuletzt waren es fast 1100 Euro. "Mir war es immer wichtig, auf viel Geld für den Kinderschutzbund zu kommen", erklärt Oelkers ganz kaufmännisch. Auf Hobbymärkten gehen die Wollsocken für 15 Euro pro Paar raus. Bei ihr kosteten sie ungefähr die Hälfte.

Der Trend zum Selbermachen lässt nicht nach, und auch die Socken wurden mit der Zeit immer begehrter. Immer wenn Oelkers ihren Riesenstrumpf alljährlich im Oktober ins Schaufenster hing, war klar, dass die Strickzeit wieder angefangen hatte. Die Leute, die davon wussten, kamen schon am ersten Tag und versuchten noch vor Verkaufsbeginn, an die Socken zu kommen. Nach wenigen Stunden waren einige Größen ausverkauft.

Mit ihrer Leidenschaft zum Stricken und Gutes zu tun steckte Oelkers viele an. Zum Beispiel taten sich die Frauen eines Chores zusammen und trafen sich zum gemeinschaftlichen Stricken. Gerne gab Oelkers Tipps beim Stricken. "Einigen habe ich gesagt: Stricken Sie den Schaft, und dann kommen Sie in den Laden", erzählt Oelkers. Dann half sie gerne beim Stricken der Hacken. Manche Frauen haben ihre Strickkraft eingesetzt, andere brachten Wollreste vorbei.

Silvia Seibel, Geschäftsführerin des Kinderschutzbundes, dankt Oelkers, aber auch den vielen Unterstützern der Spendenaktion für ihr langjähriges Engagement. Auch der Tafel kamen ein paar übrig gebliebene Strümpfe zugute, und ein paar Babysocken gingen an die Kinderklinik im AKH Celle.

Von Dagny Rößler