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Celle Ortsteile Ein Haus für Mütter mit Kind
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile Ein Haus für Mütter mit Kind
15:22 03.06.2012
Erˆffnung Mutter-Kind-Einrichtung "Anna Lina" der Stiftung Linerhaus Quelle: Martina Hancke
Altencelle

ALTENCELLE. Die Wohngruppe, die im ehemaligen Landhotel Vieth untergebracht ist, bietet jungen Müttern die Chance, das Leben mit Kind zu bewältigen und für sich selbst eine Zukunftsperspektive aufzubauen. Die häufig noch minderjährigen Frauen stammen in der Regel aus Familien mit schwieriger sozialer Situation.

„Wir geben den Betroffenen einen Ort, an dem sie den Alltag mit Kind leben, gestalten und trainieren können“, erläutert Carsten Brandes, zuständiger Abteilungsleiter von „Anna Lina“, die Aufgabe der Einrichtung, deren Namen so viel wie „strahlendes Licht“ bedeutet.

Stiftungsleiter Gerhard Ney bedankte sich bei den zahlreichen Kooperationspartnern, allen voran den Jugendämtern der Stadt Celle und des Landkreises. Durch ihre Vermittlung finden die jungen Frauen Unterkunft im Mutter-Kind-Haus, das fünf Bewohnerinnen Platz bietet. Zurzeit leben dort zwei Mütter mit Kind sowie zwei schwangere Frauen.

Bereits während Schwangerschaft und Geburt werden die Frauen begleitet und dabei unterstützt, eine stabile Bindung zu ihrem Kind aufzubauen. Ziel des Linerhaus-Teams aus Sozialpädagogen, Heilpädagogen und Erziehern ist es, die frühkindliche Entwicklung des Kindes zu fördern und die lebenspraktischen Fertigkeiten der Mütter zu stärken. „Dabei kommt uns die jahrzehntelange Erfahrung der Stiftung Linerhaus im Bereich Haushaltsführung und Frühförderung sowie der enge Kontakt zu Schulen zu Gute“, betont der pädagogische Leiter der Stiftung, Thomas Röttger.

Maximal ein Jahr lang dürfen Mutter und Kind in dem freundlich eingerichteten Heim verbleiben. Sie verfügen über ein eigenes Zimmer mit Bad. Gemeinschaftsräume, Küche und Spielzimmer teilen sich die Bewohnerinnen. Rund um die Uhr ist Unterstützung vor Ort.

Ein weiteres Jahr können Mutter oder auch Vater und Kind in einem der beiden Trainingsappartements verbringen, um die Selbständigkeit in den eigenen vier Wänden zu üben. Wer den Schulabschluss nachholen oder eine Ausbildung beginnen möchte, kann sein Kind in der angeschlossenen Krippe unterbringen. Auch hier gilt: Hilfe zur Selbsthilfe. Die nötigen Schritte müssen die Frauen selbst in die Wege leiten.

Georg Schäfer von der Kinder-, Jugend- und Familienhilfe des Jugendamtes Stadt Celle betonte die Bedeutung von Einrichtung wie „Anna Lina“ und sieht langfristige Existenzmöglichkeiten, da der Bedarf auch über Celle hinausgehe.

Von Martina Hancke