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Celle Ortsteile Ein Jahr Ausnahmezustand in Westerceller Bruchhagenschule
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile Ein Jahr Ausnahmezustand in Westerceller Bruchhagenschule
18:12 01.07.2014
Von Michael Ende
Das Idyll trügt: Seit Wochen leidet der Schulbetrieb am Bruchhagen unter Raumnot und Lärm. Quelle: Benjamin Westhoff
Westercelle

Mit Asbest ist nicht zu spaßen. Dass der Baustoff, der vor Jahrzehnten als „Wunderfaser“ bekannt und beliebt war, Krebs hervorrufen kann, ist heute allgemein bekannt. Umso erstaunter ist die besorgte Mutter Susan Münzner darüber, wie die Celler Stadtverwaltung mit der Situation umgeht, die sich ergeben hat, nachdem man im Mai bei Umbauarbeiten in einem Pavillon-Anbau der Grundschule Bruchhagen Asbest entdeckt hatte. Der Pavillon ist seit Wochen gesperrt. Der Schulbetrieb werde dadurch massiv gestört, sagt Münzner: „Obwohl die Schule und Eltern sich mehrfach mit Bitten und Hinweisen an die Stadt gewandt haben, dass die Situation sich zuspitzt und nicht tragbar ist, wurde die Angelegenheit beamtisch-unhektisch vorangetrieben.“

„Bei Regenwetter halten sich nun alle Kinder in der Pausenhalle auf - ohne entsprechende Beschäftigungs- oder Spielangebote, da ja alle im Anbau befindlichen Beschäftigungsangebote nicht mehr benutzt werden dürfen“, so Münzner. Die Situation sei längst nicht mehr tragbar: „Denn während Kinder dort spielen oder versuchen, sich zu beschäftigen und ihre nachschulische Zeit in dieser Halle verbringen, werden direkt angrenzend andere Klassen noch unterrichtet.“

Außerdem bleibe die Angst vor weiteren Asbest-Quellen in der Schule, so Münzner: „Die von der Stadt durchgeführten Luftmessungen wurden nur im Flur des Anbaus – direkt vor den Zimmern im Erdgeschoss durchgeführt.“ Auch nach Nachfrage habe es die Stadt versäumt, im Obergeschoss zu messen: „Da warme Luft die unangenehme Eigenschaft hat, nach oben zu steigen, finde ich das mehr als fahrlässig - zumal die Stadt einräumt, dass eine bereits jahrelange ständige Asbestfreisetzung nicht auszuschließen ist, da das Asbest im verwendeten Baustoff nur schwach gebunden ist.“ Ein entsprechendes internes Schreiben aus dem Rathaus liegt der CZ vor.

Auf Nachfrage der CZ heißt es seitens der städtischen Pressesprecherin Myriam Meißner, dass die Stadt als Schulträger nach dem Asbest-Befund „unverzüglich gehandelt“ habe: „Eine Gefährdung der Schüler sowie der Lehrkräfte kann seitens der Verwaltung ausgeschlossen werden.“ Der betroffene Pavillon-Anbau solle nicht saniert, sondern neu errichtet werden, so Meißner: „Die Verwaltung rechnet mit einer Übergangszeit von einem dreiviertel bis ganzem Jahr, bis der Neubau fertiggestellt werden kann. Bis dato heißt es leider, dass alle ein wenig enger zusammenrücken müssen.“ Eine Infoveranstaltung für Eltern sei „noch vor den Sommerferien“ geplant, so Meißner. Der genaue Termin werde noch bekannt gegeben.