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Celle Ortsteile Eine Schule für alle
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile Eine Schule für alle
16:40 20.02.2012
v.l.n.r. Lehrerin Antje Genzel, Schulleiter Manfred Busch, Gesch‰ftsleiterin der Stiftung Linerhaus (Schulbegleitung) Martina M‰hling, Fˆrderschullehrer Peter Kneer und Schulbegleiterin Kirsten Stolzenberg Quelle: Peter Schoch
Hannover

Integrationsschule mit dem Ansatz der Inklusion - Bei der didacta Bildungsmesse 2012 in Hannover hat die Realschule Auf der Heese ihr Integrationsprogramm vorgestellt. Als erste weiterführende Schule in Celle hat die Realschule im Jahr 2009 sogenannte Integrationsklassen eingeführt, in denen Schüler mit und ohne Behinderung gemeinsam unterrichtet werden. „Nach anfänglichen Bedenken ist das Konzept aufgegangen“, sagt Schulleiter Manfred Busch. Dabei sei vor allem der Inklusionsgedanke wichtig, der allen Schülern - mit und ohne Behinderung - die gleiche Wertschätzung und volle Gleichberechtigung im täglichen Schulalltag zukommen lasse.

Voraussetzung für die Einrichtung von Integrationsklassen ist, dass ein geeignetes pädagogisches Konzept vorliegt und die notwendigen personellen, sächlichen und räumlichen Rahmenbedingungen geschaffen werden können. Aus diesem Grund standenviele Lehrkräfte dem Konzept für die Integrationsklassen anfangs durchaus kritisch gegenüber, sie waren sich nicht sicher, ob die Rahmenbedingungen geeignet waren. „Diese Bedenken sind nun ausgeräumt. Wir haben optimale Bedingungen geschaffen“, sagt Busch.

Der Unterricht in den drei Integrationsklassen 5a, 6a und 7a laufe harmonisch und zielorientiert ab. In den Klassen wird auf eine offene Unterrichtsform gesetzt, beispielsweise in Gruppenarbeiten und beim sogenannten Stationslernen. Außerdem hat jede Klasse zwei Klassenräume, die bei Bedarf gewechselt werden können, um bestimmten Unterrichtsstoff gezielt zu vermitteln. „Dadurch wird der Unterricht individualisiert“, sagt Lehrerin Antje Genzel, „das kommt den einzelnen Schülern mit aber auch ohne Handicap zugute.“ Darüber hinaus kümmern sich die Förderschullehrkräfte und die einzelnen Begleiter individuell um die Schüler. So gibt es in einer Integrationsklasse einen Regelschullehrer, einen Förderlehrer und jeweils zwei Schulbegleiter. „Dass zwei Lehrkräfte plus zwei Schulbegleiter eingesetzt werden ist ein großer Vorteil“, sagt Genzel.

Ob ein Kind in eine Integrationsklasse kommt, hänge von den Eltern ab. „Während der Einschulung werden die Eltern von Kindern ohne Handicap gefragt, ob ihr Kind auch in eine Integrationsklasse gehen kann. Sehr viele Eltern wollen das, da der soziale Aspekt in einer Integrationsklasse stark gefördert wird“, sagt Genzel. Vor allem die Zuwendung, Hilfsbereitschaft und Toleranz nehme deutlich unter den Schülern deutlich zu, sagt Busch. Ob die Realschule demnächst noch eine vierte Integrationsklasse dazu bekommt, wird zur Zeit entschieden.

Von Peter Schoch