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Celle Ortsteile Energiewende auch eine lokale Aufgabe
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile Energiewende auch eine lokale Aufgabe
17:01 07.06.2012
Zur Diskussion ¸ber die Energiewende saflen auf dem Podium (von links): Thomas Katzenmayer (Papierfabrik Drewsen, Lachendorf), Michael Wilkens (IHK-Gesch‰ftsstelle Celle), Wolfgang Fragee (SVO-Energie Celle), Thomas Ludewigt (Wirtschaftsrat Celle) und Matthias Hardinghaus (Stadt Celle). Quelle: Lothar H. Bluhm
Westercelle

Es ist ein Topthema: Die Energiewende in Deutschland. Thomas Ludewigt, Celler Sektionssprecher des CDU-Wirtschaftsrates, sieht darin auch große Chancen für Niedersachsen. Das Ja zur Energiewende ist unbestritten, aber die Art der Umsetzung sei problematisch, lautet dann auch der Tenor der Podiumsdiskussion, die am Mittwochabend im Wirtschaftsrat geführt wurde.

Von einem „Chaos“ sprach Thomas Katzenmayer (Drewsen-Spezialpapiere, Lachendorf): „Hätten wir solche Projekte im Unternehmen, würde ich sofort abbrechen und der Projektorganisation neue Strukturen geben. Bereits die Frage nach einem verantwortlichen „Projektleiter Energiewende“ lande im Chaos, denn von der Bundeskanzlerin über die Bundesminister, Ministerpräsidenten, EU oder verschiedene Ämter, Versorger oder Netzbetreiber sei kein Verantwortlicher ausgemacht.

Katzenmayer ist die Versorgungssicherheit seines Unternehmens mit 420 Mitarbeitern ganz wichtig. Immerhin wendet der Papierhersteller bei einem Jahresumsatz von 146 Millionen Euro allein zwölf Millionen Euro für Energie auf: „Wir versuchen, stromautark zu werden.“ Die Energiekosten dürfen keine Wettbewerbsnachteile für die deutsche Industrie darstellen.

Als einen Ausdruck ethischer und kultureller Grundsatzentscheidungen sieht Wolfgang Fragge (SVO-Energie) die Energiewende: „Erneuerbare Energien werden als Alternative zu fossilen Energieträgern und Kernbrennstoffen verstanden.“ Dabei spielen Energiesparen und höhere Energieeffizienz eine wichtige Rolle. Zwar würde die Bevölkerung bisher der Energiewende zustimmen und sich keine maßgebliche Partei dagegen aussprechen, dennoch bröckele die Akzeptanz des Projektes. „Die Höhe der notwendigen Kosten und die Frage, wer diese zu welchem Teil trägt, rückt zunehmend kritisch in den Fokus“, denkt Fragge. „Und das wird noch viel teurer“, prognostiziert der SVO-Geschäftsführer.

Stadtbaurat Matthias Hardinghaus sieht in dem Klimaschutzprojekt der Stadt Celle eine gute Chance, auf lokaler Ebene zu wirken. Biomasseanlagen und Windenergie werden weiter zunehmen. Die energetische Stadtsanierung werde an Bedeutung gewinnen. „Es ist nicht ganz einfach, dieses Thema einzufangen.“

Der Leiter der Geschäftsstelle Celle der IHK Lüneburg-Wolfsburg, Michael Wilkens, betont, dass die IHK-Vollversammlung das Thema Energie immer wieder behandelt. „Das sind die Themen, die wir in die Politik reingeben wollen.“ Energiepolitik sei gleichzeitig Wirtschaftspolitik, die Preise für Energie dürften aber den Standort Deutschland nicht unattraktiv machen oder gefährden.

Von Lothar H. Bluhm