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Celle Ortsteile Entwicklungs-Frust in Altencelle
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile Entwicklungs-Frust in Altencelle
18:05 27.06.2016
Von Michael Ende
Altencelle

Auf CZ-Anfrage nach der Entwicklung des Areals hält man sich im Rathaus bedeckt. Für den Abbruch der alten Gebäude brauche die Sparkasse als Eigentümerin des Geländes keine Genehmigung, so die städtische Pressesprecherin Myriam Meißner: „Für das in Rede stehende Gelände gilt der rechtskräftige Bebauungsplan Baumschulenweg/Süd. Unter anderem sind dort Gewerbegebiet, offene Bauweise und Zweigeschossigkeit festgesetzt. Seitens der Wirtschaftsförderung können wir offiziell nichts zum Sachstand sagen.“

Axel Lohöfener, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Celle, kann es: „Als Grundschuldgläubiger und faktischer Eigentümer des Geländes haben wir den Abriss beantragt.“ Lohöfener ist seit Jahren in Kontakt mit der Stadtverwaltung. Sein Credo: „Für uns kommt es darauf an, dass man etwas aus einem solchen Grundstück in dieser günstigen Lage macht. Dass dort etwas Attraktives für die Stadt entsteht.“ Nun müsse man sich mit etwas zufriedengeben, was man eigentlich nicht im Sinn gehabt habe: Jetzt sollten sich dort ein Autohaus sowie ein Sanitärgroßhandel niederlassen.

„Wir hatten etwas Anderes vor“, sagt Lohöfener, der an der Ecke in direkter Nachbarschaft zur neuen Sparkassen-Filiale eine „zentrale Verbrauchereinheit“ realisieren wollte: „Dafür hätten wir Edeka, Lidl und Aldi hierher auf die andere Seite der B214 geholt. Die hätten alle mitgemacht.“ Dafür hätte aber die Stadt ihren Bebauungsplan ändern müssen, und das habe sie nicht gewollt, so Lohöfener: „Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende wollte auf diesem Grundstück lieber ein Unternehmen der Ölindustrie sehen. Nur wurde nichts daraus.“

Derlei „Schrauber“ hätte man nach Lohöfeners Ansicht auch auf der nordöstlichen Seite der B214 ansiedeln können – dort, wo durch den Wegzug der Discounter Platz frei geworden wäre. Doch aus dieser Rochade wurde nichts. „Lohöfener: „Man hätte auf der südwestlichen Seite der Straße richtig aufräumen und einen attraktiven Einkaufs-Anlaufpunkt für Altencelle schaffen können. Warum das nicht sein sollte und durfte, habe ich bis heute nicht begriffen. Und jetzt ist der Zug abgefahren.“

Altencelles Ortsbürgermeister Hans Werner Schmidtmann (CDU) ist sauer. Er wirft der Verwaltung städteplanerisches Versagen vor: „Wir wollten einen Dorfmittelpunkt schaffen, an dem die Altenceller sich treffen und einkaufen können. Der OB wollte Zukunftsindustrie. Aus beidem ist nichts geworden. Stattdessen gibt es jetzt ein Autohaus. Wir sind enttäuscht.“