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Celle Ortsteile Erfolgreiches Projekt wird fortgesetzt
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile Erfolgreiches Projekt wird fortgesetzt
16:47 22.06.2012
Von Oliver Gatz
Stärkung am Buffet: 2007 feierten die ersten Schüler der Berufsstarterklasse Bergfest. Damals hieß das Projekt noch „Abschlussquote erhöhen – Berufsfähigkeit steigern“. Quelle: Peter Müller
NEUSTADT

Manche Jugendliche haben derart große schulische Probleme, dass sie den Hauptabschluss nicht schaffen, keine Ausbildungsstelle finden und später auf der Straße stehen – ohne Job, ohne Perspektive. Hier setzt das Projekt Berufsstarterklasse der Grund- und Hauptschule (GHS) Neustadt an, das es bereits seit etlichen Jahren gibt und für das der Jugendhilfeausschuss nun für das Schuljahr 2012/2013 Fördermittel in Höhe von 11.250 Euro freigegeben hat.Das Projekt, das nach den Sommerferien an der neuen Oberschule Celle I angesiedelt ist, will problematischen Schülern zum Hauptschulabschluss verhelfen. Es beruht auf einer Kombination von Unterricht und Betriebspraktikum. Pro Woche findet an drei Tagen Unterricht statt, an zwei Tagen werden die Jugendlichen in Betrieben beschäftigt.

„Wir haben festgestellt, dass diese Maßnahme sehr erfolgreich ist", sagte Paul-Michael Zeblewski, Rektor der GHS Neustadt. „Eine Vielzahl von Schülern hat den Hauptschulabschluss geschafft." Im Schnitt seien es etwa zwei Drittel einer Klasse. Einige von ihnen hätten dadurch einen Ausbildungsplatz erhalten, so Zeblewski.

Das Projekt zeige, dass niedrigschwellige, an der Schule ansetzende Projekte sinnvoll seien, sagte Stadtrat Stephan Kassel. In der Verantwortung seien hier Arbeitsagentur und Kommunen. „Das ist eine Daueraufgabe", machte er deutlich. Ähnlich sah es Klaus Didschies (CDU).

Eine Berufsstarterklasse besteht aus 15, maximal 16 Schülern aus Stadt und Kreis Celle. Die Teilnahme an dem Angebot trägt zu einer positiven Persönlichkeitsentwicklung bei und stärkt das Selbstvertrauen der Schüler. Das lässt sich mit Zahlen belegen. Demnach sind die Abschlüsse der Schüler im Schnitt sogar etwas besser als die der regulären Hauptschüler. Und die Betriebe geben ihren Praktikanten Bestnoten.

Das spricht sich herum: Momentan liegen 28 Bewerbungen für das kommende Schuljahr vor. Das heißt: Knapp der Hälfte der Interessenten werden eine Absage erhalten. Denn die finanzielle und organsatorische Basis für eine zweite Klasse ist derzeit nicht vorhanden.Für einen zweijährigen Durchgang fallen Kosten in Höhe von knapp 100.000 Euro an, also etwa 50.000 Euro pro Jahr. Nach dem Wegfall der Landesförderung wurde die Berufsstarterklasse ab dem Schuljahr 2009/2010 zur Hälfte von der Arbeitsagentur und zur anderen Hälfte zu gleichen Anteilen von der Klosterkammer, der Stadt und dem Landkreis Celle getragen. Jetzt hat auch die Klosterkammer ihren Zuschuss gestrichen. Dieser Anteil soll nun von der Stadt und vom Kreis kompensiert werden. Dadurch erhöht sich der städtische Zuschuss um 3750 Euro auf 11.250 Euro. Auch der Kreis hat eine entsprechende Aufstockung seiner Fördermittel vorgesehen. Oliver Gatz