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Celle Ortsteile Erich-Kästner-Schule droht Aus
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile Erich-Kästner-Schule droht Aus
18:56 07.06.2016
Von Gunther Meinrenken
Schüler der Erich Kästner Schule turnen während des Ganztagsangebots auf einem Klettergerüst. Der Landkreis will die Schule Ende des kommenden Schuljahres schließen. Quelle: Michael Schäfer
Garßen

Bereits im November vergangenen Jahres hatte die Politik über das mögliche Aus der Schule beraten – und sich letztlich vertagt. Der Landkreis zog sich damals auf die Position zurück, dass das Land entschieden habe, die Förderschulen mit dem Schwerpunkt Lernen auslaufen zu lassen. Die Erich-Kästner-Schule habe zu wenig Schüler, um ein "hochwertiges und qualitätsorientiertes Bildungsangebot" vorzuhalten, heißt es in der Vorlage. Die Schüler könnten auf der Pestalozzi-Schule, ebenfalls eine Förderschule mit Schwerpunkt Lernen, ihren Abschluss machen. An dem dortigen Standort ließe sich "ein großes und zentrales Förderzentrum" einrichten.

An der Schule regt sich Protest. Bereits im Sommer vergangenen Jahres hatten Elternvertreter Landrat Klaus Wiswe eine Petition mit 3600 Unterschriften für den Erhalt der Erich-Kästner-Schule übergeben. Elternvertreterin Anet Pauser, die damals die Unterschriften übergab, kündigt auch bei der Sitzung des Schulausschusses Protest an. Über Facebook werden bereits Eltern mobilisiert. "Wir können nicht verstehen, dass die Eltern bei dieser wichtigen Entscheidung übergangen werden. Mit uns hat noch niemand gesprochen", sagt Pauser.

Frank-Peter Viering, Leiter der Erich-Kästner-Schule, zieht die Erhebung der Schülerzahlen durch den Landkreis in Zweifel. "Wir haben aktuell über 90 Schüler. Zum kommenden Schuljahr werden es über 80 sein, da wir viele Rückläufer von Oberschulen bekommen. Das sind Schüler, die dort nicht zurechtkommen", stellt er gleichzeitig die Qualität des Unterrichts und die besondere Lernatmosphäre an der Schule heraus.

Doch selbst mit der vom Landkreis erhobenen Zahl von 74 Schülern Mitte kommenden Jahres hat Viering so seine Schwierigkeiten. "74 Schüler – das ist die Größe einer mittelgroßen Förderschule", wirft Viering dem Landkreis vor, dass die Schule "kleingerechnet" werden solle. Er vermutet, dass es dem Landkreis nicht um das Wohl der Schüler gehe, sondern an der Trift ganz andere Interessen im Vordergrund ständen. "Seit eineinhalb Jahren laufen Verhandlungen über den Verkauf des Gebäudes an die Lebenshilfe. "Möglich, dass der Vertrag schon fertig verhandelt wurde. Damit es passt, muss die Schule schnell aufgelöst werden", so Viering.