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Celle Ortsteile FDP gegen Celler Stillstands-Verwaltung
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile FDP gegen Celler Stillstands-Verwaltung
14:51 31.01.2014
Von Michael Ende
Hier sind schon Uni-Träume verglüht: Die "Goldene Sonne" in Schuhstraße. Was soll daraus werden?
Celle

Die Politik gibt Richtung und Ziel vor, und die Verwaltung legt sich mächtig ins Zeug, um diese Vorgaben zu erfüllen. So stellen sich jedenfalls viele Politiker ihre Rolle im Spiel der kommunalen Kräfte vor. Zu ihnen gehört FDP-Ratsfraktionsvorsitzender Joachim Falkenhagen. Er hat sich zwei Zukunftsprojekte herausgegriffen, von denen er dachte, dass er sie vor Jahren per Ratsbeschluss angeschoben hätte. Jetzt will er wissen, was sich seitdem getan hat. Genauer gesagt: Was die Verwaltung seitdem getan hat.

Projekt Nordwall: Hierzu hatte der Rat am 15. Dezember 2006 den Einleitungsbeschluss für die Aufstellung des Bebauungsplanes Nr. 142 „Stadtquartier Schuhstraße/Nordwall“ beschlossen. Planungsziel war es, für den Bereich zwischen Nordwall und Stadtgraben durch Freilegen der vom Straßenbau nicht benötigten Flächen im Rahmen eines Mischgebietes eine neue Bebauung mit innenstadtnahen Nutzungen und Wohnen zu ermöglichen. Falkenhagen will jetzt per Ratsantrag den Sachstand erfragen: „Wie erklärt der Oberbürgermeister den Umstand, dass dem Rat bis heute keine weiteren Beschlussvorlagen in dieser für die Entwicklung der Stadt Celle wichtigen Planung vorgelegt worden sind? Wie sieht der von der Verwaltung entwickelte Zeit- und Maßnahmenplan für die Umsetzung aus? Gibt es ihn überhaupt?“

Falkenhagen möchte, dass sich auch Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende (SPD) direkt angesprochen fühlt: „Wenn ich dieses Thema anschneide, dann nur aus der Sorge heraus, dass sich unsere Stadt nicht weiter entwickelt. Es geht uns nicht darum, einzelnen Personen politische Vorwürfe zu machen. Aber es muss dem Oberbürgermeister auch in Erinnerung gerufen werden, dass er die Verwaltung führt. Er muss sich einschalten, wenn in Celle die Dinge nicht so recht vorangehen.“

Projekt „Goldene Sonne“: „Wir als Stadt haben 2008 dieses Gebäude in der Schuhstraße für 175.000 Euro eigens zu dem Zweck erworben, es als Tauschliegenschaft in Planungen zum Thema neues Wohnen inmitten alter Bausubstanz im Quartier zwischen Schuhstraße und Nordwall einzubringen.“ Das sei jedoch nicht geschehen, so Falkenhagen. Die „Biermann-Administration“ sei nicht darauf eingegangen, und unter Mende sei die Verwaltung dem inzwischen längst wieder geplatzten Luftschloss einer zur Fachwerk-„Mini-Universität“ hochstilisierten Mikro-Außenstelle der Fachhochschule Hildesheim hinterhergejagt.

„Die Bemühungen, im Quartier zwischen Nordwall und Schuhstraße in alter Bausubstanz neues Wohnen zu ermöglichen, sind durch die Verwaltung bisher nicht gefördert worden“, sagt Falkenhagen und „bittet“ zum wiederholten Male, dass dies gefälligst geschehen möge: „Die derzeitige Nutzung des Gebäudes Zur Goldenen Sonne macht zumindest temporär deutlich, wie die Verwaltung abweichend von den Zielen der Politik das Geschäft der laufenden Verwaltung betreibt.“

Und wie soll es weiter gehen? Falkenhagen formuliert eine Idee, die auch Mende bereits geäußert hat: „Aus unserer Sicht könnte es Sinn machen, das Grundstück an die WBG zu veräußern, um die mit dem Ankauf verfolgten Ziele zu verwirklichen.“ Diesem Vorschlag wohnt eine gewisse Ironie inne. Denn ausgerechnet derjenige, unter dessen Ägide im Rathaus sich in der „Goldenen Sonne“ nichts nachhaltig Zukunftsweisendes getan hat, soll es nun richten: Der wegen Erfolglosigkeit „wegbeförderte“ Ex-Stadtbaurat Matthias Hardinghaus sitzt jetzt an der Spitze der WBG. So klein ist die Welt.

Michael Ende