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Celle Ortsteile "Falken" mit Beutetrieb über Celle
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile "Falken" mit Beutetrieb über Celle
06:58 25.11.2014
Von Michael Ende
Quelle: handout
Wietzenbruch

Die letzten B0-105 der Bundeswehr im Wietzenbrucher Heeresflieger-Ausbildungszentrum C, die üblicherweise ihre Runden allein am Himmel über Celle drehen, bekommen in den nächsten Tagen internationalen Besuch. Während der Nato-Übung „Falcon Preydrive“, was so viel wie „Falken-Beutetrieb“ bedeutet, werden mindestens 20 amerikanische Hubschrauber der Typen AH64 „Apache“, CH47 „Chinook“ und UH60 „Black Hawk“ im Einsatz sein.

Bereits im vergangenen Herbst hatte die modernisierte Immelmann-Kaserne im Rahmen der „Operation Eisregen“ eine inoffizielle Bewährungsprobe für ihre Rolle im Bundeswehr-Zukunfts-Konzept als „Ausbildungs- und Übungszentrum Luftgestützter Einsatz“ mit Bravour bestanden. Damals starteten von hier aus deutsche Fallschirmjäger in den Manöver-Einsatz. Jetzt sind es 1200 Soldaten der 11. Niederländischen Luftbeweglichen Brigade, die von Helikoptern eines Regiments der US-Streitkräfte unterstützt werden. Derzeit wird eine Zeltstadt errichtet, das die Oranje-Falken aufnehmen soll.

Für den Wietzenbrucher Bundeswehr-Kommandeur Oberstleutnant Hermann Grube ist dies das zweite Großvorhaben innerhalb von vier Wochen: Anfang November gewährten die Celler zwei Wochen lang Unterstützung für mehr als 300 dänische Soldaten mit knapp 200 Gefechtsfahrzeugen. Niederländern und Amerikanern helfen die Deutschen nicht nur mit Infrastruktur, sondern auch mit IT-Anbindung, Logistik, Betriebsstoff sowie Betreuung.

Der gesamte Flugdienst der Nato-Partner werde über die Organisation des Celler Flugplatzes sichergestellt, so Grube: „Um den reibungslosen Flugbetrieb sowie die Kontinuität der fliegerischen Ausbildung vor Ort zu gewährleisten werden Teile unserer Ausbildung für zehn Tage nach Bayern ausgelagert. Diese vorausschauende Maßnahme dient auch einer Minimierung möglicher Lärmspitzen.“

Das „Falcon Preydrive“-Szenario sieht die Vorbereitung, Planung und Realisierung des Lufttransports von Kräften in mindestens Bataillonsstärke plus Unterstützungsteilen nach Übungsplätzen in Sachsen-Anhalt mit anschließendem luftgestütztem Angriff vor. Für den Transport der Fallschirmjäger sollen Maschinen vom Typ Lockheed C-130 „Hercules“ eingesetzt werden.

Grube freut sich auf die Herausforderung: „Nach Eisregen kann der Heeresflugplatz Celle erneut seine Leistungsfähigkeit als zukünftige Ausbildungsdrehscheibe unter Beweis stellen. Aufgrund der Stärke der übenden Truppe werden alle Bereiche des Flugplatzes in das Übungsgeschehen einbezogen sein. So erhalten die Angehörigen des Ausbildungszentrums C einen Einblick in mögliche zukünftige Aufgabenfelder.“