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Celle Ortsteile Famila: Celler Politik wenig besorgt
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile Famila: Celler Politik wenig besorgt
17:46 06.04.2018
Von Gunther Meinrenken
Quelle: David Borghoff
Celle

Der neue SPD-Fraktionsvorsitzende Patrick Brammer, der am Donnerstag Akteneinsicht genommen hat, findet deutliche Worte, die durchaus auf seinen Parteifreund Rodenwaldt gemünzt sein dürften, auch wenn er diesen nicht explizit nennt: "Es wird bei diesem Projekt wie schon bereits bei vielen anderen vorangegangenen nach dem berühmten Haar in der Suppe gesucht. Ablehnung, Verhinderung oder Verzögerungen sind Ziel dieser Aktionen und bringen unsere Stadt in keinster Weise voran."

Die Flächenerweiterungen hält Brammer für "maßvoll". "Wären diese nicht getroffen worden, wäre es für den Investor ein Leichtes gewesen, sein Projekt in anderen Kommunen zu verwirklichen", freut er sich nun, dass die Bevölkerung im Norden Celles ein besseres Angebot bekommt und zudem 200 Arbeitsplätze geschaffen werden. Ein "unrechtmäßiges Entgegenkommen" gegenüber Famila kann Brammer nicht erkennen.

Auch die CDU hält das Agieren von Mende für richtig. Mit Verweis auf die insgesamt von 9390 auf 7287 Quadratmeter verringerte Verkaufsfläche meint Fraktionsvorsitzender Heiko Gevers: "Die Vermutung, dass bei den Vertragsverhandlungen mit dem Famila-Markt Zugeständnisse gemacht wurden, die der städtischen Wirtschaft Schaden zufügen, dürften damit deutlich widerlegt sein." Das zeige auch ein Blick auf das Cima-Gutachten zum Zentren- und Einzelhandelsentwicklungskonzept. Dort sei dargelegt worden, dass bei Elektroartikeln Kaufkraft abfließe. In diesem Segment die Verkaufsfläche zu vergrößern, "ist unter Berücksichtigung der Kaufkraftbindung für Celle durchaus positiv zu bewerten", meint Gevers.

Während die Unabhängigen keine Versäumnisse der Mende-Administration erkennen können und von der "Rechtmäßigkeit der Entscheidungen der Verwaltung" ausgehen, kritisieren FDP und Grüne die fehlende Offenheit in dem Verfahren. "Bei der für die Stadt großen Bedeutung der Schutzfunktion zugunsten der Altstadt hätte ich es für notwendig gehalten, dass der Rat beteiligt worden wäre", meint FDP-Fraktionsvorsitzender Joachim Falkenhagen. Und sein Kollege von den Grünen, Bernd Zobel, findet: "Transparenz und Einbindung des Rates haben bei dieser wichtigen Entscheidung während des ganzen Prozesses gefehlt. Die Abweichungen nach oben und unten hätten vorgestellt werden müssen."

Rodenwaldt hatte unter anderem eine "rechtliche Aufarbeitung" gefordert. Doch darin will ihm nur Torsten Schoeps von der Wählergemeinschaft folgen. "Was Recht ist, muss Recht bleiben. Die Abweichungen von dem vom Rat beschlossenen Bebauungsplan zu der von der Verwaltung erteilten Baugenehmigung erscheinen gravierend und bedürfen der rechtlichen Überprüfung. Gegebenenfalls ist ein ergänzender Ratsbeschluss erforderlich", so Schoeps.

Eine komplette Sanierung der Haesler-Bauten im Blumläger Feld Nord hatte jüngst die SPD gefordert, nachdem bekannt geworden war, dass die Korrosionsschäden an den Stahlträgern so gravierend sind, dass die Mieter ihre Wohnungen aus Sicherheitsgründen bis Ende August verlassen müssen. Die Sozialdemokraten wollen das Bauhaus nahe Architektur-Erbe vollständig erhalten. Die Celler CDU will sich dem nicht anschließen. -

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