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Celle Ortsteile Famila-Planungen: Nigge musste zustimmen
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile Famila-Planungen: Nigge musste zustimmen
18:16 04.04.2018
Von Gunther Meinrenken
Quelle: David Borghoff
Celle

Die Antwort: Die endgültige Genehmigung für das "AllerCenter" ist im März 2017 kurz nach dem Amtsantritt des jetzigen Oberbürgermeisters Jörg Nigge (CDU) gefallen. Doch die entscheidenden Weichenstellungen sind unter dessen Vorgänger Dirk-Ulrich Mende (SPD) erfolgt – und zwar ohne Einbindung der Politik.

Offiziell möchte sich Nigge nicht dazu äußern, ob die Genehmigung für Famila in seinem Sinne ist. Doch es ist ein offenes Geheimnis, dass er – wie schon beim Vorhaben „Cramer“ – den Schutz der Innenstadt in den Vordergrund stellt und von daher wenig glücklich über die Planungen sein dürfte. Schon in seinem Wahlkampf hatte Nigge die Entwicklung der Innenstadt als wichtiges Ziel ausgegeben. Im Falle von Famila hatte er keine andere Wahl, als die Vorarbeiten unter seinem Vorgänger Mende letztlich abzusegnen.

Denn, so Stadtsprecherin Myriam Meißner: "In den Jahren 2012 und 2016 sind für drei Fachmärkte und den Famila-Verbrauchermarkt Bauvorbescheide erteilt worden. Diese Bauvorbescheide sind bestandskräftig und die darin genehmigten Flächenabweichungen bindend festgestellt worden. Auf eine entsprechende Bauanfrage kann eine Baugenehmigung später nicht mehr versagt werden, selbst wenn der vorangegangene Bauvorbescheid rechtswidrig gewesen sein sollte." Im Klartext: Nigge blieb nichts anderes übrig, als das "AllerCenter", das am 16. Mai öffnen will, zu genehmigen.

Trotz der oben erwähnten sehr deutlichen Abweichungen vom B-Plan bei den Verkaufsflächen ist Mende auf Nachfrage der CZ auch heute noch der Auffassung, dass "die Einhaltung der Grenzen des B-Plans und damit der Schutz der Interessen der Innenstadtakteure im anschließenden Verfahren durch die Fachverwaltung sichergestellt worden" sei.

Klar sein dürfte allerdings auch, dass der Ansiedlungserfolg von Famila, mit dem die Brache des ehemaligen Real-Markts wiederbelebt werden sollte, Mende im Jahr der Oberbürgermeisterwahl 2016 nicht ungelegen gekommen sein dürfte. Doch gegen eine solche "Unterstellung" setzt sich der ehemalige OB zu Wehr. "Sachfremde Erwägungen haben während meiner gesamten OB-Zeit bei meinen Entscheidungen keine Rolle gespielt." Die Ansiedlung von Famila habe im Wahlkampf "keine herausgehobene Rolle gespielt und ist von mir noch nicht mal in meiner Bilanzbroschüre thematisiert worden. Entsprechende Unterstellungen und Vorwürfe weise ich deshalb sowohl persönlich, als auch im Interesse meiner früheren Mitarbeiter, entschieden zurück", so Mende.

Meinung: Konkurrenz (von Gunther Meinrenken)

Die Verkaufsfläche für Elektroartikel um 420 Quadratmeter erhöht, die für Drogerieartikel mehr als verdoppelt – wer solche Änderungen vom Bebauungsplan im Einklang sieht mit "dem Schutz der Interessen der Innenstadtakteure", wie es Celles ehemaliger Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende noch heute behauptet, muss sich nicht wundern, wenn die Geschäftsleute der Altstadt sich von der Stadt im Stich gelassen fühlen. Die Begrenzungen waren festgelegt worden, eben um übermäßige Konkurrenz auf der grünen Wiese einzudämmen. Das Gegenteil dürfte jetzt der Fall sein.

Natürlich ist die Wiederbelebung der Gewerbebrache vor allem für die Bevölkerung im Norden Celles nur zu begrüßen. Und längst ist klar, dass die stärkste Konkurrenz heutzutage aus dem Internet kommt. Aber die Fachwerk-Altstadt ist das Alleinstellungsmerkmal, mit dem auswärtige Gäste nach Celle gelockt werden. Sie kann nur erhalten werden, wenn hinter den Fassaden auch Geld verdient wird. Diesen Grundsatz hat die Stadtverwaltung unter Mende außer acht gelassen.

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