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Celle Ortsteile Feuerteufel in Garßen unterwegs?
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile Feuerteufel in Garßen unterwegs?
21:57 30.08.2018
Von Audrey-Lynn Struck
Mehr als 150 Strohballen standen Mittwochnacht in Flammen. Rund 50 Feuerwehrmänner waren über acht Stunden im Einsatz. Quelle: Florian Persuhn
Garßen

Lauter Sirenenlärm weckte Cord Leiffer Mittwochnacht aus dem Schlaf. Der Garßener wunderte sich zuerst nicht. Des Öfteren fuhren Feuerwehr und Polizei des Nachts durch den Ort, weil auf der Straße hin und wieder Unfälle passierten. Als er jedoch aus dem Fenster blickte, sah er am Himmel Feuerschein. „Ich hab zu den anderen gesagt: Mensch, da brennen unsere Strohballen auf der Pferdekoppel“, erinnert sich Leiffer. Er sollte mit der Vermutung Recht behalten.

Über 50 Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehren Garßen, Bostel und Altenhagen waren ab halb drei Uhr morgens mehr als acht Stunden in Garßen im Einsatz. Etwa 150 bis 200 Strohballen brannten lichterloh. Die Flammen schlugen mehrere Meter in den Nachthimmel. „Das Feuer fraß sich in die eng gepressten Ballen. Um alle Brand- und Glutnester zu löschen, musste das ganze Stroh auseinandergezogen werden“, erklärt Florian Persuhn, Pressesprecher der Feuerwehr, den Grund für den langen Einsatz. Sowohl mit den Händen als auch mit Mistforken und Maschinen musste dabei vorgegangen werden. Cord Leiffer und seine Familie unterstützen die Feuerwehr mit zwei landwirtschaftlichen Fahrzeugen.

Die Polizei hat wegen des Verdachts auf vorsätzliche Brandstiftung die Ermittlungen aufgenommen. „Bei so einer Witterung kann sich das Stroh nicht von selbst anzünden“, so Polizeisprecherin Birgit Insinger. Auffällig wäre auch gewesen, dass alle Ballen der etwa 50 Meter langen Strohmiete zeitgleich brannten. „Normalerweise brennen die nicht alle gleichzeitig. Die Feuerwehr meinte, dass hier wohl mit Brandbeschleuniger gearbeitet wurde“, sagt Leiffer. Zusätzlich zu den Strohballen wurden auch eine angrenzende Baumreihe sowie ein Teil der Pferdewiese durch die Flammen in Mitleidenschaft gezogen.

Es ist nicht das erste Mal, dass in Garßen Strohballen angezündet wurden. „Es ist für uns jetzt der dritte Einsatz in dieser Gegend“, so Persuhn. Vor einigen Wochen war die Feuerwehr ebenfalls nachts auf einem Feld im Einsatz. Eine Brandstiftung konnte auch da nicht ausgeschlossen werden.

Während sich die Verluste damals in Grenzen hielten, sind Familie Leiffer die Flammen zum Verhängnis geworden. Der Schaden wird auf einen fünfstelligen Bereich geschätzt. „Die Ballen waren eigentlich als Futter für unsere Pferde gedacht“, so Leiffer. Die extreme Trockenheit hatte bereits einen Teil der Erträge gekostet. Nun fürchtet der Familienvater, die 48 Tiere seiner Pferdepension nicht mehr füttern zu können. „Das ganze Stroh wurde vernichtet. Es wird eine enorme zusätzliche Belastung, in dieser Region noch genügend Futter zu finden.“