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Celle Ortsteile Feuerwerk des Frohsinns im Celler Tor (mit Bildergalerie)
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile Feuerwerk des Frohsinns im Celler Tor (mit Bildergalerie)
14:05 23.02.2014
Der Funke sprang über zwischen Bühne und Publikum: Die Celler Narren tanzten Polonaise, sangen und schunkelten. Quelle: Alex Sorokin
Groß Hehlen

GROSS HEHLEN. „Der Narr hält uns den Spiegel vor, doch wir ertragen’s mit Humor“, gab Lokalpolitiker Heiko Gevers all jenen tröstend an die Hand, die in dieser Karnevalssaison den Stoff für Hohn und Spott liefern. Und wer stand hier an erster Stelle? Selbstverständlich der Oberbürgermeister von Celle. Kaum eine Büttenrede ließ ihn aus – den Wurf aus dem Haus.

Mit ihrer Festveranstaltung unter dem Motto "So verpackt sind die Kamelle - Ja, das gibt es nur in Celle" holte die Rheinische Vereinigung wieder einmal den Karneval nach Celle. Pointierte Büttenreden, musikalische und tänzerische Darbietungen sowie ein gut gelauntes Publikum sorgten am Sonnabend für beste Stimmung im Celler Tor.

Einen besseren Zeitpunkt als vergangenen Dienstag hätte Dirk-Ulrich Mende nicht wählen können für den Verweis seiner Politikerkollegen aus dem Rathaus, machte er es den Celler Karnevalisten doch leicht, die Lokalpolitik aufs Korn zu nehmen. Allerdings befand er sich in bester und höchster politischer Gesellschaft – auch Angela Merkel und Ursula von der Leyen bekamen so einiges ab auf der Festsitzung der Rheinischen Vereinigung am Samstagabend im Celler Tor. Von der verteidigenden Gebärmaschine Deutschlands, die aus der Bundeswehr eine Wellnesslounge macht, und einer wütenden Kanzlerin, die mit ihren Krücken Vizekanzler Gabriel und CSU-Chef Seehofer verprügelt, war da die Rede.

Schon der Einmarsch der Narren in perfekten Kostümen und zu Original-Karnevalsmusik ließ vergessen, dass man sich in Norddeutschland befand. Rheinische Stimmung pur herrschte vor im Celler Tor. Der Funke sprang über zwischen Bühne und Publikum. CDU-Bundestagsabgeordneter Henning Otte unterhielt die rund 150 Gäste nicht nur mit „schönen neuen Staatsgeschichten“, sondern brachte den Saal auch musikalisch zum Kochen, indem er den Spielmannszug Scheuen trommelnd unterstützte.

Auch tänzerisch hatte Scheuen unter der Leitung von Silvia Heinevetter einiges zu bieten: In sexy Kostümen und mit passender musikalischer Untermalung vom Duo Paul und Bastian entführten die Tanzmariechen die Narren auf eine musikalische Weltreise. Wieder auf heimischem Boden angekommen, hielt es das Publikum nun selber nicht mehr auf den Stühlen, es tanzte Polonaise und nutzte jede Lücke zwischen den Darbietungen zum ausgiebigen Schunkeln und Singen. Kein Auge blieb trocken, als Bauer Piepenbrink über die Bühne pflügte und Einblick in sein Leben gewährte.

„Auf dass in Celle die Karnevalsfunken nicht verglühen“, dankte Präsidentin Gertraude Kramer, die die Sitzung souverän moderierte, ihren Mitstreitern zum Abschluss der Veranstaltung. Der diesjährige Höhepunkt der Celler Karnevalssaison gab jedenfalls keinen Anlass zur Sorge, die mittlerweile 89-jährige „gute alte Dame Rheinische Vereinigung“, wie ihre Präsidentin sie gerne nennt, könne nicht auch die 100 schaffen.

Von Anke Schlicht