Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Celle Ortsteile Firmen-Frust in Westercelle hält weiter an
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile Firmen-Frust in Westercelle hält weiter an
16:18 06.09.2013
Von Oliver Gatz
Von der geplanten Erweiterung der Verkaufsfläche hat die Firma CMC International nichts. Quelle: Alex Sorokin (3)
Westercelle

50 Quadratmeter mehr Verkaufsfläche? Das ist nicht das, was sich Unternehmerin Christiane Bartels erhofft hat. Sie ist Mitinhaberin von Bartels Bürosysteme. Das Geschäft befindet sich im Westerceller Gewerbegebiet "Am Fuhsekanal" und ist von der geplanten Änderung des Bebauungsplanes betroffen. Sie hat das Ziel, den Innenstadt-Handel zu schützen. Dazu sind Sortiments-Beschränkungen für bereits bestehende Betriebe mit vorhandenem Einzelhandel im Bereich Heineckes Feld und Winkelmanns Graft vorgesehen. Nun soll es einen erweiterten Bestandsschutz für diese Firmen geben. Doch damit können die Geschäftsleute nicht viel anfangen.

Mit Unterstützung der Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade und der IHK Lüneburg-Wolfsburg hatten die Geschäftsleute gegen die Pläne aus dem Rathaus protestiert. Dort zeigte man sich einsichtig. "Die Regulierung des Einzelhandels führt bei bestehenden Betrieben zu unangemessenen Härten", heißt es jetzt. Die Anpassung der betroffenen Betriebe an die Marktanforderungen sei bei Vollzug des Bebauungsplanes nicht mehr gewährleistet. Und eine Umsiedlung der Firmen sei nicht zumutbar oder unwirtschaftlich.

Die Folge: Nun plant die Verwaltung eine Änderung der Änderung. Im Klartext: Drei betroffenen Betrieben soll ein erweiterter Bestandsschutz gewährt werden. Ihnen wird ausnahmsweise eine einmalige Erweiterung ihrer genehmigten Verkaufsfläche um 20 Prozent, höchstens jedoch 50 Quadratmetern zugestanden.

"Was nützt mir eine Erweiterung von 50 Quadratmetern", fragt sich Christiane Bartels. Dies sei nur eine marginale Verbesserung und nicht ausreichend. Sie strebt eine sogenannte Fremdfestsetzung an, also eine Sondergenehmigung im Gewerbegebiet. Begründung: Ihre Branche sei einem ständigen technischen Wandel unterworfen, dem die „Celler Liste“, die Waren zum Schutz des City-Handels aufführt, nicht Stand halte. "Wir verändern uns jedes Jahr extrem", sagt Bartels. In Zukunft könnten zum Beispiel Tablet Computer in der professionellen Bürotechnik eine immer größere Rolle spielen. Doch der Verkauf von Computern sei dem Innenstadt-Handel vorbehalten. Heute ärgert sie sich, dass sie sich einst im Gewerbegebiet "Am Fuhsekanal" neu angesiedelt hat. "Die machen uns in Celle die Geschäfte kaputt", klagt die Geschäftsfrau.

Von der Erweiterung der Verkaufsfläche für Bartels Bürosysteme, den Maler- und Lackierbetrieb Creativo und das Sanitätshaus Pahmeyer hat die Firma CMC International nichts. Das Großhandelsunternehmen für Taschen, Trolleys und Geschenkartikel könnte im Rahmen des Bestandsschutzes beschränkt Einzelhandel betreiben, doch die baulichen Anforderungen sind nicht gegeben. Der Verkaufsraum ist derzeit ein paar Quadratmeter zu groß. Mit einer Flächenerweiterung hätte er die Möglichkeit, Restposten und Übergänge im Einzelhandelsvertrieb loszuwerden, sagt Prokurist Tobias Goeze. Doch dabei wird CMC nícht berücksichtigt. "Das empfinde ich als unfair. Ich möchte, dass es eine Gleichbehandlung gibt", fordert Goeze.>