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Celle Ortsteile Fledermäuse vor der Auswilderung
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile Fledermäuse vor der Auswilderung
16:07 29.02.2012
Schon in der kommenden Woche werden diese Flederm‰use von R¸diger Habeck in die Freiheit entlassen. Quelle: Gert Neumann
Westercelle

CELLE. In diesem Winter war der Habecksche Keller Durchgangs- und Endstation für 16 der Fledertiere. Elf von ihnen, allesamt Abendsegler, leitete er an die Tierärztin Dr. Renate Keil in Hannover weiter. Diese versorgt und operiert die schützenswerten und einmaligen Tiere in ebenso einmaliger uneigennütziger Weise. Habeck: „Frau Dr. Keil schließt auch schon einmal ihre Praxis für ein oder zwei Tage, um verletzte Tiere unentgeltlich zu versorgen. Sie ist eine Tierschützerin im besten Sinne des Wortes“.

Auf Langzeitbasis überwinterten auch beim Westerceller Rüdiger Habeck fünf Fledermäuse, zwei Abendsegler, ein Zwergfledermausweibchen sowie je ein Braunes- und ein Graues Langohr. Bei fünf Grad Kellertemperatur schliefen sie allesamt den Schlaf des Gerechten. Doch nun ist das Wecken angesagt. Die Außentemperatur dürfte kaum mehr auf den Gefrierpunkt zurückfallen. „In der kommenden Woche werde ich die Tiere in die so genannten Sommerquartiere auswildern. Ich hoffe, dass sie schnell Anschluss finden, um sich in freier Natur weiter entwickeln zu können", sagt Habeck.

Am leichtesten sollte dies dem Abendseglern und der Zwergfledermaus gelingen. Die Abendsegler gehören den Opfern einer überraschenden Nistkästenreinigungsaktion in Walle im vergangenen Winter. Die Zwergfledermaus war bei einem befreundeten Tierschützerehepaar abgegeben und an Habeck weitergeleitet worden. Die Baum- beziehungsweise Waldfledermäuse werden in ihrem früheren Ansiedlungsgebiet wieder ausgewildert. Dort werden sie wieder auf acht andere Tiere treffen, die zurzeit in Hannover noch tierärztlich versorgt werden. Das Braune Langohr fühlt sich in Wald- und Baumregionen besonders wohl, das etwas größere Graue Langohr hingegen liebt auch die Nähe von Wohnhäusern.

Wie ausgehungert die Habeckschen Logisgäste waren, zeigten die kleinen Gesellen beim Aufwachen aus dem Winterschlaf. Erst nach bis zu 20 Mehlwürmer war der „Heißhunger“ der zu den Raubtieren zählendenTiere gestillt. Was er seinen Fledertieren an guten Wünschen mit auf den Weg in die Freiheit geben wird? „Dass sie nicht erneut Opfer unüberlegter Baumfällungs-Aktionen werden und dass die Menschen in ihnen das Sehen, was sie tatsächlich sind: Liebenswerte und schützenswerte Verbündete der Menschen bei Mückenplagen."

Von Gert Neumann