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Celle Ortsteile Flüchtlingssituation: Klein Hehlener wollen Klartext hören
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile Flüchtlingssituation: Klein Hehlener wollen Klartext hören
20:12 27.04.2016
Klein Hehlen

KLEIN HEHLEN. Insgesamt will die Stadt über die WBG 135 Wohneinheiten in Klein Hehlen und in der Heese ankaufen. Doch damit ist nach Mendes Angaben nicht mehr in diesem Jahr zu rechnen, da vorher Gutachten erstellt werden müssen. Zu höchstens 50 Prozent sollen die Wohnungen von Flüchtlingsfamilien aus Syrien, Irak und Afghanistan mit Bleibeperspektive bezogen werden.

Mende betonte: "Wir wollen den Eindruck vermeiden, den Flüchtlingen puren Luxus auszurollen." So gebe es unter anderem bestimmte Quadratmetervorgaben. Er halte am Grundprinzip der dezentralen Unterbringung fest. Mende räumte aber ein, dass zum Beispiel in der Händelstraße "vier, fünf Flüchtlingsfamilien auf einem Fleck" wohnen. Er erklärte: "Das ist eine Häufung, die wir eigentlich nicht wollen. Das werden wir ändern, wenn wir Eigentümer aller 135 Wohneinheiten sind." Vor allem junge Familien mit Kindern sollen in die leer stehenden Reihenhäuser ziehen. Großkonzerne sollen beim Weiterverkauf das Nachsehen haben.

Klein Hehlens Ortsbürgermeister Klaus Didschies (CDU) berichtete von den Sorgen vieler Bürger über größere Zuzüge von Flüchtlingsfamilien. Vor sechs Wochen sei im Sozialausschuss noch ein akuter Bedarf von 40 Wohnungen Thema gewesen. "Was kommt auf Klein Hehlen noch zu?", fragte Didschies. "Wir wollen lieber jetzt Klartext hören als hinterher Überraschungen erleben." Schließlich warteten in der Mozartsraße 58 zum Teil bezugsfertige Wohneinheiten auf neue Bewohner. Auch in der Beethovenstraße gebe es hohen Leerstand.

Matthias Peters, Leiter der Zentralen Anlaufstelle am Maschweg, schilderte die aktuelle Herausforderung so: "Im Februar wurden uns noch 50 Flüchtlinge pro Woche zugeteilt, da waren wir auf jede Wohnung angewiesen." Doch mit der Schließung der Balkan-Route ebbte der Zustrom ab. "Im Moment bekommen wir acht Personen pro Woche, die können wir am freien Wohnungsmarkt unterbringen", so Peters. Niemand wisse, was in Zukunft passieren werde. Er persönlich sei relativ optimistisch, dass die Asylbewerber in keinen Bereich ziehen müssten, wo bereits viele Flüchtlinge wohnten. In Klein Hehlen leben demnach derzeit 65 von ihnen in den ehemaligen Briten-Wohnungen.

Die Anwohner fragten, ob es genügend Plätze in den Kindertagesstätten gebe, und erkundigten sich nach den schulpflichtigen Kindern. Nach Worten der Stadtverwaltung gehen alle Flüchtlingskinder zur Schule und besuchen alle Schulformen, einige Erwachsene gehen auf Berufsbildende Schulen. Didschies berichtete außerdem von Sprachbarrieren zwischen Nachbarn und Beschwerden über "Nachwuchspolizisten" – Kindern, die versuchten, den Verkehr zu regeln. Polizist Karsten Wiechmann sagte, das sei ein Problem, das die Polizei nicht lösen könne. Wie bei den Radfahrern gebe es für Kinder viele schlechte Vorbilder. Wiechmann betonte: "Von der Kriminalstatistik her fallen die Flüchtlinge weniger auf als die Deutschen."

Von Dagny Rößler