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Celle Ortsteile Frust über Biogasanlage bei Altenhagen
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile Frust über Biogasanlage bei Altenhagen
17:31 02.11.2010
Von Oliver Gatz
Erste Bauarbeiten: Zwischen Altenhagen und Lachtehausen entsteht eine Biogasanlage. Anwohner hatten sich gegen das Vorhaben gesträubt. Sie fürchten Lärm- und Geruchsbelästigungen sowie den Wertverlust ihrer Grundstücke. Quelle: Peter Müller
Altenhagen

Angesichts der rechtlichen Lage macht sich Resignation breit. „Das Ding ist gelaufen“, sagt ein Altenhäger. So mancher fühlt sich gleich doppelt benachteiligt. Denn zusätzlich zu der Biogasanlage dürfte in Zukunft auch die Trasse der Ostumgehung an den Grundstücken vorbeiführen.

Nur einige Hundert Meter liegen zwischen der 499-Kilowatt-Anlage und den Häusern am Berkefeldweg. Der einst freie Blick in die Natur wird nun verbaut. Lediglich eine Baumreihe bietet etwas Sichtschutz. Der Gesetzgeber sei Schuld daran, dass man nur noch von Mais umgeben sei und überall Biogasanlagen aus dem Boden schießen, heißt es unter den Anwohnern. „Man kann nichts dagegen tun.“

Celles Stadtplaner Wolfgang Schucht verweist darauf, dass es sich bei dem genehmigten Projekt um ein privilegiertes Vorhaben nach dem Baugesetzbuch handele. „Wir sind an Recht und Gesetz gebunden“, sagt er. Gleichwohl sieht die Stadt mit Blick auf die zukünftige Entwicklung Handlungsbedarf. Mit einer Änderung des Flächennutzungsplanes wollen Verwaltung und Politik „Wildwuchs“ bei der Errichtung von Biogasanlagen einen Riegel vorschieben. Derzeit läuft das entsprechende Verfahren zur Ausweisung von Vorrangflächen. Voraussichtlich nicht vor Mitte 2011 ist mit einem Satzungsbeschluss zu rechnen.

Mit der Arbeit am Flächennutzungsplan war ein einjähriger Genehmigungsstopp für Biogasanlagen verbunden. Das hätte bei Landwirten, die bereits seit längerer Zeit Projekte planen, zu wirtschaftlichen Nachteilen geführt. Deshalb gab es für eine Handvoll Bauern „Einzelfalllösungen“. Das heißt: Die Stadt erarbeitete einen Kriterienkatalog für solche „Härtefälle“ und führte Einzelgespräche mit den Landwirten. Kritiker sprachen von „Kungelei“.

Die Altenhäger sind sauer, dass sie nun die Leidtragenden dieser Einzelfall-Entscheidung zugunsten des Biogasanlagen-Betreibers sind. Für sie käme die geplante Ausweisung von Vorrangflächen zu spät. Stadtplaner Schucht macht jedoch darauf aufmerksam, dass der Standort der Biogasanlage zwischen Altenhagen und Lachtehausen auch bei der Änderung des Flächennutzungsplanes als geeignet hätte eingestuft werden können. Dies könne man nicht ausschließen.