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Celle Ortsteile Garnison-Museum: Kein Geld für neues Konzept
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile Garnison-Museum: Kein Geld für neues Konzept
07:12 13.11.2017
Von Gunther Meinrenken
Quelle: David Borghoff
Celle

Bereits vor vier Jahren hatte sich ein wissenschaftlicher Mitarbeiter des Bomann-Museums mit der Materie befasst. Die Ergebnisse waren in Vergessenheit geraten. Jetzt setzt die FDP das Thema wieder auf die Tagesordnung. Fraktionsvorsitzender Joachim Falkenhagen hatte das Garnison-Museum besucht. „Das war zu der Zeit, als die Bundeswehr wegen rechtsextremer Tendenzen in die Schlagzeilen geriet. Die Anzahl der Hakenkreuze an den Ausstellungsstücken im Garnison-Museum hat mich nachdenklich gemacht. Die militärischen Exponate aus der NS-Zeit so unkommentiert auszustellen, genügt nicht mehr den heutigen Ansprüchen“, stellt Falkenhagen fest. Er möchte gerne wissen, wie sich die Verwaltung vorstellt, die Sammlung nach zeitgemäßen Maßstäben zu präsentieren.

Ideen dazu hatte Arne Homann, Volontär des Bomann-Museums, 2013 zusammengetragen. Unter anderem schlug er vor, die Exponate thematisch zu gliedern und aufzubereiten. Schwerpunkte sollten unter anderem sein: Alltag in der Kaserne, Begegnung mit der Zivilbevölkerung, Ausnahmesituationen wie die beiden Weltkriege oder auch Militärvereine und die wirtschaftliche Verquickung mit der Stadt.

Beim Trägerverein des Garnison-Museums steht man einer Umsetzung eines neuen Konzepts aufgeschlossen gegenüber. In einer Stellungnahme hatte sich der Vorsitzende Heiko Wolff bereits positiv geäußert, da sich die Möglichkeit biete, „die enge Verknüpfung von Stadt, Militär und ziviler Bevölkerung einem breiten Besucherspektrum darzubieten“. Aus eigener Kraft könne das Garnison-Museum eine neue Präsentation nicht schaffen. „Wir haben einzelne Stücke beschrieben, aber die Einordnung in die geschichtlichen Zusammenhänge können wir nicht leisten“, so Wolff.

Das Problem: Im Bomann-Museum gibt es keinen Platz mehr, um auch noch die Ausstellung des Garnison-Museums unterzubringen, wie die Stadt feststellt. Und auch das Garnison-Museum selbst müsste erweitert werden, um das Homann-Konzept vor Ort umsetzen zu können. Geschätzte Kosten: 350.000 bis 500.000 Euro, heißt es in der Vorlage unter Verweis auf die „desolate Finanzsituation Celles“.