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Celle Ortsteile Gemeinsame Mahlzeit in Celler Stadtkirche
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile Gemeinsame Mahlzeit in Celler Stadtkirche
03:23 19.02.2018
Nach dem ökumenischen Gottesdienst freuten sich die Besucher über einen Teller Suppe. Quelle: David Borghoff
Celle

„Bleib sitzen, ich hole dir noch einen Teller“, sagt Kenan Birgin zu Gerhard N., seinem Nachbarn an der langen Tafel. Die beiden kennen sich nicht, haben beim „Come together“ der Diakonie in der Stadtkirche per Zufall Plätze nebeneinander. Gerhard N. ist mit dem Fahrrad da, obwohl er derzeit auf Krücken angewiesen ist. Das Würstchen schmeckt ihm so gut wie der Eintopf, aber in erster Linie ist er nicht wegen des Essens da, sondern wegen der Andacht. Erst vor wenigen Jahren hat er sich taufen lassen. „Ich bin oft in der Kirche, hier sind die Leute zurückhaltender als in kleineren Gemeinden“, ist der Eindruck des 77-Jährigen.

Kenan Birgin hat den ökumenischen, von Pastorin Antje Seelemeyer geleiteten Gottesdienst nicht verfolgt. Mitarbeiter der Diakonie haben ihn hereingerufen. „Ich kann eine Suppe vertragen“, sagt der Ezide, der an diesem Abend noch einen Fußmarsch von etwa 15 Kilometern in seinen Wohnort Lachendorf vor sich hat. „Ich spare das Busgeld.“

„Schenk Du uns einen wachen Blick für Menschen, die unsere Hilfe brauchen“, hatte Markus Weyel von der Lobetalarbeit während der Andacht formuliert, was als Motto von „Suppe für alle“ dienen könnte. Es ging nachdenklich, aber auch fröhlich zu. Für Letzteres sorgte der Lobetal-Chor „Die Sonnenstrahlen“, der seinen Namen zum Programm machte. Zu den Beifallspendern gehörte auch Mario Miers, der sich die gereichte Suppe schmecken lässt. Durch den kleinen bei der „Essenszeit“ am Harburger Berg ausliegenden Flyer ist er auf die Veranstaltung aufmerksam geworden. „Sonst geht man nach dem Gottesdienst alleine raus. Dass danach noch was ist, gefällt mir“, sagt er und fügt einen Wunsch hinzu: „Abends mal die Kirche aufmachen, das finde ich schön.“

Das Gotteshaus als solches ist für Tischnachbarin Karin Schuler von Bedeutung: „Mal wieder in die Stadtkirche zu gehen – absolute Sahneschnitte“, freut sie sich über die Einladung. „Natürlich mag ich Menschen, aber ich war immer eine Einzelkämpferin, das Zusammensein ist mir gar nicht so wichtig“, legt auch sie den Schwerpunkt auf den religiösen Aspekt, oft schaut sie Gottesdienste im Fernsehen, und bezieht daraus Kraft. In manchen Momenten überkommt sie das Gefühl „Gott, weißt Du, nein, ich schaffe es nicht mehr.“ Dann nimmt sie sich die Bibel zur Hand: „Die Sprüche von Salomon geben mir sehr viel.“

Die Gruppe der 60 Teilnehmer löst sich langsam auf, Gerhard N. und Kenan Birgin gehören zu den letzten; vor beiden steht jeweils ein mit Suppe gefülltes Glas. Die ehrenamtlichen Damen packen alles, was übrig geblieben ist, ein und geben es den Gästen mit. Gerhard N. erzählt noch ein wenig, während sein Tischnachbar beim Aufräumen hilft: „Ich habe es nicht so weit. Ich wohne im ehemaligen Bügelzimmer einer Villa. Im Moment habe ich zum Duschen nur kaltes Wasser“, sagt er und greift nach seinen Krücken. Kenan Birgin nimmt noch ein paar Stücke gut verpacktes Brot in Empfang, verstaut das Glas mit Suppe in der Tasche seines Anoraks und startet seinen Fußmarsch nach Lachendorf.

Von Anke Schlicht

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