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Celle Ortsteile Geothermie-“Hotspot“ Celle Beispiel für ganz Deutschland
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile Geothermie-“Hotspot“ Celle Beispiel für ganz Deutschland
16:10 29.07.2014
Von Michael Ende
Im Beisein von Christoph F. Trautsch drückte Dirk-Ulrich Mende (rechts) den Technik-Startknopf im Keller des ersten DGI-Hauses, das nun komplett mit Erdwärme versorgt wird. Quelle: Alex Sorokin
Celle

KLEIN HEHLEN. "Wenn das klappt, ist das wirklich eine gute Sache", sagte gesten Renate Lauers. Sie blickte aus dem Fenster ihrer Wohnung in einem frisch energetisch sanierten Block an der Witzlebenstraße auf das geschäftige Treiben vor dem Haus. "Schön, dass das mit der Bauerei jetzt ein Ende hat", so Lauers: "Seit Februar wurde hier gewerkelt, und wir mussten auch Opfer bringen: Unsere Dachböden sind wir los. Die wurden zu Wohnungen ausgebaut. Aber wenn wir jetzt wirklich bei den Nebenkosten von Öl und Gas abgekoppelt sind, dann ist das gut. Ich hoffe, dass das später auf den Abrechnungen auch so aussieht."

Was Lauer beobachtete, hatte nach Einschätzung von Christoph F. Trautsch, Geschäftsführer der Deutschen Geothermische Immobilien PI GmbH (DGI), historische Dimensionen: "Wir beweisen hier und heute ganz Deutschland, dass die Zukunft eines flächendeckenden geothermischen Mietmarktes heute beginnt."

Trautsch hat sich eine Menge vorgenommen. Bei dem 25 Millionen-Euro-Projekt holen auf einer Gesamtstrecken von 30 Kilometern miteinander verbundene Sonden aus einer Tiefe von 100 Metern die umweltfreundliche Erdwärme. Sie versorgen eine Netto-Wohnfläche von 26.000 Quadratmetern oder 382 Wohnungen mit Energie. Durch den Ausbau der Dachgeschosse entstehen weitere 127 Wohnungen mit einer Wohnfläche von 4600 Quadratmetern. Somit werden insgesamt 509 Wohnungen mit einer Gesamtfläche von 30.600 Quadratmetern nach KfW-Energie-Standard geschaffen.

Aktuell haben nach DGI-Angaben bereits 99 Prozent aller Bestandsmieter die Zusatzvereinbarungen unterzeichnet, die ihnen eine "Energie-Flatrate" garantiert: "Dadurch werden diese Bestandsmieter keine Mietanhebung gemäß Paragraf 559 BGB erhalten." Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende zeigte sich zuversichtlich, dass das so genannte "Trautsch-Modell" auch funktioniert: "So ist den Menschen eine wirklich große Sorge genommen: Die vor ständig steigenden Mietnebenkosten."

"Dieses Projekt ist eine echte Bereicherung, ein Aushängeschild für den Ortsteil", sagte Klein Hehlens Ortsbürgermeister Klaus Didschies: "An diesen Blöcken war 30 Jahre lang nichts gemacht worden - es war vor dieser Sanierung manchmal regelrecht peinlich, hier lang zu gehen. Jetzt sieht man überall zufriedene Gesichter." Dem konnte Mieterin Renate Lauers nur beipflichten: "Hier hat sich einiges zum Besseren verändert. Und dass die neue Fassaden-Isolierung wirkt, merke ich jetzt schon: Früher war es im Sommer viel heißer in den Wohnungen."