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Celle Ortsteile Gerd Lange lässt bei Heese Tausende Blumen blühen
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile Gerd Lange lässt bei Heese Tausende Blumen blühen
17:44 27.07.2016
Die Blütezeit der Ringelblumen auf dem Acker von Gerd Lange in Heese geht dem Ende entgegen. Im August wird geerntet. Quelle: Joachim Gries
Heese

Lange produziert keine Schnittblumen, er hat die Ringelblumen angebaut, um den Samen zu gewinnen. Abnehmer ist die Deutsche Saatveredelung (DSV) in Steinhorst. Das Pflanzenzuchtunternehmen erzeugt unter anderem Blühmischungen für Ackerrand- und Blühstreifen. Lange produziert auch Gräsersamen für die DSV, dieses Jahr baut er auf 20 Hektar Weidelgras und Wiesenschwingel an.

Ein Berater habe ihn vor Jahren mal gefragt, ob er nicht in die Saatvermehrung einsteigen wolle, erinnert sich Lange. Mit einem Hektar begann er, in den vergangenen Jahren waren es dann immer drei bis vier Hektar Ringelblumen. Nach eigenen Angaben ist Lange der einzige Landwirt in Niedersachsen, der die einjährigen Korbblütler anbaut.

Im April werden die Blumen mit der Drillmaschine ausgesät. 20 Kilogramm werden auf den Hektar ausgebracht – zwei Gramm pro Quadratmeter. „Sie können eine Menge Trockenheit ab“, sagt der Landwirt. Was sie nicht mögen, sei stauende Nässe. Damit sie sich gegen unerwünschte Pflanzen durchsetzen, muss gespritzt werden. Doch dabei muss der Landwirt vorsichtig vorgehen, sonst gehen auch die Blumen ein. Verwandte Pflanzen wie etwa Kamille kann er damit nicht vom Acker verbannen. Und würde er nichts gegen Unkräuter tun, wäre es mit der Ernte schwierig.

Zur Ernte im August werden die Pflanzen mit dem Mähwerk „ins Schwad gelegt“, wie sich Lange ausdrückt. Das so in Reihe gelegte Mähgut soll dann vier bis fünf Tage nachreifen, bevor es mit einem normalen Mähdrescher aufgenommen und die Samen ausgedroschen werden. Die Reinigung des Saatguts und das Entfernen unerwünschter Samen übernimmt die DSV.

Der 56-jährige Landwirt bezeichnet die Ringelblume als Risikofrucht. Es sei schwierig, den Ernteertrag zu prognostizieren, weil die Pflanze empfindlich sei. Läuft es gut, kann der Hektarertrag bei 1 bis 1,5 Tonnen liegen. Lange hatte aber auch schon Totalverluste.

Bei der Ernte genau den richtigen Zeitpunkt abzupassen, ist nicht ganz einfach. Viele Pflanzen tragen noch Knospen, während die ersten Blüten schon trocknen und die Samen ausfallen. „Da hinten musste ich im Frühjahr nur grubbern“, sagt Lange und weist auf den Südostzipfel des Ackers. Dort standen auch 2015 Ringelblumen, die verlorenen Samen liefen in diesem Jahr auf.

Ringelblumen haben viele Liebhaber. Lange beobachtet immer wieder, dass manche Mitmenschen einfach auf seinem Acker pflücken, ohne ihn zu fragen.

Von Joachim Gries