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Celle Ortsteile Gernot Hassknecht im Interview: Wie werde ich Choleriker?
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile Gernot Hassknecht im Interview: Wie werde ich Choleriker?
16:56 28.02.2014
Von Jürgen Poestges
Celle

Wann tauchte Gernot Hassknecht zum ersten Mal in Ihrem Leben auf?

Das war, als ich die Anfrage aus der „heute-show“ erhielt. Die Figur hat Oliver Welke entwickelt, er schreibt auch die Texte. Ich habe das Angebot gerne angenommen, es macht einen Riesen-Spaß. Und ich mache das jetzt seit November 2009, es scheint den Leuten also auch zu gefallen. Dazu kommt, dass die Stimmung im Team ganz hervorragend ist. Ich bekomme meistens Mittwoch den Text, am Freitag fahre ich dann nach Köln. Um 18 Uhr ist dann die Aufzeichnung vor dem Publikum.

Wie viel Hans-Joachim Heist steckt in Hassknecht?

In jeder Person, die ich spiele, steckt natürlich auch ein Teil von mir. Aber ich bin kein Choleriker, eher im Gegenteil. Ich bin mehr so jemand mit dem Schalk im Nacken wie Heinz Erhardt, den ich ja auch in meinem anderen Programm „Noch ein Gedicht – Der große Heinz Erhardt-Abend“ darstellte.

Wie macht man aus einer Figur, die im Fernsehen nur Zwei- bis Drei-Minuten-Auftritte, hat ein abendfüllendes Programm?

Das war wirklich ein Problem, vor dem wir standen. Ich habe mich mit zwei Autoren aus der „heute-show“ zusammengesetzt, weil ich an einem neuen Solo-Programm gearbeitet habe und ich das gerne mit Gernot Hassknecht füllen wollte. Ich denke, wir haben eine gute Lösung gefunden. Es war auch spannend für uns, zu sehen, ob das Programm bei den Leuten ankommt. Jetzt sind wir schon gebucht bis Mitte 2015.

Was erwartet den Besucher in der CD-Kaserne?

Ich werde sicherlich nicht zwei Stunden lang rumbrüllen. Das wäre nicht gut für mich und auch nicht für die Zuschauer. Wir haben es wie ein Coaching-Programm aufgebaut. Es sind ja viele Menschen unterwegs, die mir erzählen, was ich alles falsch gemacht habe und wie ich es besser machen kann. Also zeigt Gernot Hassknecht den Leuten den Weg, wie sie zum Choleriker werden können.

Können Sie jetzt schon ein paar Tipps geben?

Klar! Wo kann man sich besser aufregen als im Schoß der Familie! Also sagt Hassknecht: Heiraten Sie – egal wen. Natürlich gehört auch die Ernährung dazu: Ein grundsätzlich gereiztes Wesen erreicht man nur durch eine Ernährung, die Magen und Darm ausreichend reizt. Hassknecht dreht die Ernährungspyramide einfach um. Salat nach unten, Fleisch nach oben. Und er sagt: Grundregel: 80 Prozent Ihrer Nahrung sollte früher mal ein Gesicht gehabt haben. Am besten schimpft es sich aber im Auto – da gibt es einige Beispiel.

Kommt die Politik da nicht zu kurz?

Auf keinen Fall. Es gibt Einspielungen aus der „heute-show“, die thematisch passen. Außerdem sind wir immer sehr aktuell. Die Regierungskrise spielt zum Beispiel auch eine Rolle. Und wir werden mal abwarten, was da noch alles passiert.

Sie sind Schauspieler im Theater und in Film und Fernsehen, außerdem Regisseur. Gibt es etwas, das Sie am liebsten machen?

Ach, mir macht alles Spaß, was mit meinem Beruf zu tun hat. Allerdings fehlt mir die Regiearbeit schon ein wenig. Das ist eine interessante Sache, ein Stück von Anfang bis zum Ende gestalten zu können, Auswahl der Schauspieler, Bühnenbild und Kostüme. Aber man muss eben Prioritäten setzten, und jetzt ist Gernot Hassknecht dran.

Sie haben einen Zwillingsbruder, der Busfahrer ist. Wie geht er denn mit Ihrem Erfolg um?

Er wird jetzt häufiger einmal angesprochen. Er genießt es.