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Celle Ortsteile Gestank auch im Sommer
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile Gestank auch im Sommer
19:34 30.03.2012
Von Christoph Zimmer
Schlossgraben Celle Quelle: Torsten Volkmer
Celle

Der Frühling kommt - und mit ihm der Gestank. Wenn es warm ist, riecht man den Schlossgraben nicht nur im Bereich des Oberlandesgerichts, sondern auch im Park und am gesamten Schlossplatz. Hier hat sich das Wasser in eine milchige und trübe Brühe verwandelt. Es stinkt nach Fäulnis und Schwefel. Das vermoderte Laub und der schadstoffhaltige Schlamm, die für den Gestank verantwortlich sind, sollen jetzt ausgebaggert werden. Wann die Sanierung des Schlossgrabens in diesem Abschnitt beginnen soll, steht noch nicht fest. Fest steht nur, dass sie bis zum Herbst abgeschlossen sein soll. Das heißt aber auch: Es wird noch dauern, bis Bürger und Touristen im wahrsten Wortsinn aufatmen können. Gut möglich, dass sie mit dem Gestank auch in diesem Sommer leben müssen.

Das eine Problem sei die geringe Fließgeschwindigkeit des Wassers, sagt Jens Hanssen, Fachbereichsleiter Straßen, Verkehr und öffentliche Einrichtungen bei er Stadt Celle. „Das andere Problem ist, dass viel Laub von der Lindenallee in den Schlossgraben fällt. Es setzt sich am Grund ab, modert und verfault.“ Da der Sauerstoffgehalt hier äußerst gering sei, werden bei diesen Fäulnisprozessen die Schwefelverbindungen freigesetzt, die für die Geruchsbelästigung sorgen. Da die Fließgeschwindigkeit in diesem Bereich nicht verändert und die Verschlammung nicht verhindert werden kann, wird wie zuletzt 1983 gebaggert. „Eine dauerhafte Lösung gibt es nicht“, sagt Hanssen.

In einem ersten Abschnitt soll der Schlossgraben von der Ampel an der Runden Straße bis zur Brücke im Norden des Schlosses (Mühlenstraße) ausgebaggert werden. Ein kleines Boot wird den flüssigen Schlamm, eine einen Meter dicke Sedimentschicht, aufsaugen und in ein Silo pumpen, wo er für den Transport vier bis fünf Wochen trocknen muss. Im Schlosspark. „Das wird leider auch mit Geruchsbelästigungen verbunden sein“, sagt Hanssen. Nach seinen Angaben belaufen sich die Kosten auf bis zu 95.000 Euro. Das sei deshalb so teuer, weil der Schlamm mit Schwermetallen belastet sei und eine Entsorgung viel Geld kostet. Er geht davon aus, „dass wir danach 25 bis 30 Jahre Ruhe haben“.

Neu ist das Problem nicht. Erstmals aufgetreten ist der Geruch im vergangenen Sommer, 2009 wurde das Sediment untersucht, 2010 die Sanierung des Schlossgrabens überprüft. Im Augenblick wird die Ausschreibung für die Maßnahmen vorbereitet. Danach soll entschieden werden, wann gebaggert wird. „Bis zum Herbst wollen wir aber fertig sein“, verspricht Hanssen.