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Celle Ortsteile Gestrandete Bahnreisende übernachten in Celler Notunterkunft
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile Gestrandete Bahnreisende übernachten in Celler Notunterkunft
19:22 06.10.2017
Von Audrey-Lynn Struck
Mitarbeiter des DRK hatten für die Gestrandeten eine Notunterkunft in der Sporthalle am Lönsweg eingerichtet. Quelle: Oliver Knoblich
Celle

Selbst am Tage nach dem Sturm fließt der Bahnverkehr noch nicht in geordneten Bahnen. Wann der Zugverkehr wieder ohne Störungen rollt, warn laut einer Sprecherin der Bahn noch nicht absehbar. Teilweise wurden die Gleise mit Hubschraubern abgeflogen, um sich ein konkreteres Bild zu machen. Den Fahrgästen sicherte die Bahn zu, nach Prüfung des Personals vor Ort werde man einen Teil der weiteren Fahrtkosten übernehmen, die Gültigkeit der Fahrkarten wurde verlängert.

Allein in der Stadt Celle strandeten über 400 Passagiere am Bahnhof. Während sich einige selbst halfen und Hotel, Taxi oder Abholdienst organisierten, harrte der Rest am Bahnhof oder in den Zügen aus, die zu Nachtzügen umfunktioniert wurden. Markus Stange saß über zehn Stunden fest und richtete sich im Waggon für die Nacht ein.

Die Nachtruhe war jedoch nur von kurzer Dauer. Gegen ein Uhr nachts räumte das Bahnpersonal den IC. Die Passagiere wurden in die Sporthalle der Axel-Bruns-Schule gebracht. „In der Notunterkunft standen über hundert Feldbetten, wo wir schlafen konnten“, berichtete Stange. Am nächsten Morgen gab es Frühstück, dann wurden alle Gestrandeten mit Bussen nach Hannover gefahren.

Die Verpflegung am Bahnhof, den Transport sowie die Notunterkunft hatte das Deutsche Rote Kreuz Celle in Eigenregie mit Hilfe des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB), des Malteser-Hilfsdienstes (MHD), der Johanniter-Unfall-Hilfe (JUH) sowie der DLRG eingerichtet. Die Kosten wird die Bahn übernehmen. Insgesamt waren rund 100 ehrenamtliche Helfer dabei. Bereits kurz vor acht Uhr abends kümmerten sie sich um die Verpflegung der 250 Menschen am Celler Bahnhof sowie weiterer 180 Passagiere in Unterlüß. „Wir sind zu Real gefahren und haben dort auf Rechnung Verpflegung kaufen können“, sagte Jan Geißler, stellvertretender Zugführer des DRK.

Gegen kurz vor elf Uhr verließen gestern die letzten Reisenden die Notunterkunft. Die DRK-Kreisbereitschaftsleiterin Doris Dieskau sagt: „Alle waren für die Hilfe dankbar. Das war nur möglich mit der Unterstützung so vieler Organisationen.“