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Celle Ortsteile Größerer Aufwand und finanzielle Belastung: Celler Piloten klagen über EU-Richtlinien
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile Größerer Aufwand und finanzielle Belastung: Celler Piloten klagen über EU-Richtlinien
18:28 14.05.2014
Die Celler Segelflieger hoffen auf eine Überarbeitung der Basic Regulation - der EU. Quelle: Fremdfotos / Texte Eingesandt
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„Seit Jahrzehnten warten wir gewissenhaft und nach einem bewährten System unsere Flugzeuge – darauf wird in der EU nicht mehr vertraut“, sagt Meike Müller von der Segelfluggruppe der Flugsportvereinigung Celle. Die neu eingesetzten Prüfer widmeten sich weniger den zu wartenden Teilen als den auszufüllenden Formularen, ergänzt der stellvertretende Vorsitzende Benno Schmoranzer.

Mit diesem und anderen Beispielen verdeutlichten die Segelflieger jetzt EU-Parlamentarier Burkhart Balz (CDU) sowie lokalen Politikern, welche Probleme gewisse EU-Richtlinien für die Vereinssportler mit sich bringen. Diese reichen vom stark gestiegenen bürokratischen Aufwand bis hin zu steigenden Kosten – die Sicherheit verstärke sich dabei nicht, so Müller und Schmoranzer. „Wir freuen uns, hiermit direkten Kontakt zum EU-Parlament knüpfen zu können. Für uns ist das eine Herzensangelegenheit.“

Neu einführen müssen die Celler Segelflieger unter anderem technische Systeme zur Überprüfung der Lizenzen. Piloten und Fluglehrer werden genauer beobachtet. Außerdem soll ein Sicherheitsmanager eingesetzt werden. „Diese Person ist dann verloren für andere Vereinsaufgaben“, sagt Ausbildungsleiter Jörg Eichhorn und bemängelt, dass nicht mehr auf Erfahrung gesetzt werde. Und Meike Müller ergänzt: „Wir lassen unsere Kinder hier fliegen, die wollen wir nicht umbringen.“

Durch die Basic Regulation, die Grundlagenverordnung der Luftfahrt, entstehen seit 2003 auch finanzielle Herausforderungen für die Flugsportler. „Das größte Problem ist die Gleichschaltung mit großen Flugunternehmen. Wir sind hier aber ehrenamtlich tätig“, so Schmoranzer.

Deutschland stellt 50 Prozent der europäischen Luftsportler. Deshalb bemängeln die Celler auch, dass aus rechtlichen Gründen nicht alle Wartungsrichtlinien ins Deutsche übersetzt werden. „Ich frage mich, wo das größere Risiko besteht: in einer falschen Übersetzung auf EU-Ebene oder in unseren Übersetzungsversuchen“, sagt Schmoranzer.

Durch den Kontakt zu Balz hoffen die Segelflieger jetzt, bei einer Überarbeitung der Basic Regulation mitsprechen zu können. Der EU-Abgeordnete kennt die Arbeit in zuständigen Gremien und die oft nicht umsetzbaren Verordnungen. „Ich bin gern bereit, die Anliegen anzusprechen“, versichert er.

Von Johanna Müller