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Celle Ortsteile Groß Hehlen: Landesweiter Wellenschlag
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile Groß Hehlen: Landesweiter Wellenschlag
07:51 14.02.2012
Von Michael Ende
Groß Hehlen

Ganz besonders für die Berichterstattung der Celleschen Zeitung vom Sonnabend interessiert hat sich nach CZ-Informationen Niedersachsens Ministerpräsident David McAllister (CDU). Kein Wunder - schließlich berichtete die CZ über Aktivitäten seines Stellvertreters, die diesem den Vorwurf des Amtsmissbrauchs eingetragen haben. Oppositionspolitiker werfen Verkehrsminister Jörg Bode (FDP) vor, sich über Gebühr in die Ortsumgehungs-Planung seines Wohnortes Groß Hehlen einzumischen. Zum Engagement Bodes äußern wollte sich McAllister auf Anfrage der CZ gestern allerdings nicht. Die Sache sei Angelegenheit Bodes und seines Verkehrsministeriums, so stellvertretender Regierungssprecher Oliver Wagner.

Manfred Sohn, Landtagsabgeordneter und Landesvorsitzender der Linken, hielt sich derweil vor laufenden Fernsehkameras weniger zurück: „Das Pikante an der Angelegenheit ist und bleibt, dass Bode nicht nur dienstlich handelt, sondern auch als Privatmann. Der Minister ist Eigentümer eines Hauses am Buchholzberg, also genau dort, wo die Bürger wegen der geplanten Ortsumgehung um die Attraktivität ihrer Wohnlage und den Wert ihrer Immobilien fürchten. Bode ist deshalb eindeutig befangen in dieser Angelegenheit. Unsere Fraktion erwartet, dass er dies auch sofort öffentlich erklärt. Er muss sich jetzt komplett aus der Festlegung der Trassenführung heraushalten.“

Einmischen will sich hingegen die WG im Celler Stadtrat. Fraktionschef Torsten Schoeps hat jetzt beantragt, dass die Stadtverwaltung bei der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr darauf hinwirken solle, dass die Prüfung der umstrittenen und mit rund 150 Metern Abstand zur Wohnbebauung allzu „bürgernahe“ Trassenvariante „Achse 20“ nicht weiter verfolgt werde. Schoeps: „Losgelöst von eventuellen Mehrkosten, da das Wohl der anliegenden Bürger im Vordergrund stehen muss.“

Die Sorge des Westercellers Schoeps gilt explizit auch den Bürgern in Bodes Wohnstraße, die unter anderem um den Wert ihrer Immobilien fürchten: „Die Weiterverfolgung der Achse 20 würde nicht nur das Wohngebiet rund um den Fuchswinkel enorm belasten – auch die Anwohner im Wohngebiet um den Buchholzberg würden von der neuen Trassenführung stärker beeinträchtigt, weil die Verknüpfung der neuen Trasse mit der alten B3 wesentlich dichter an die Wohnbebauung nördlich der B3 heranrücken würde.“

„Nicht die Stadt ist Bauherr, sondern das Land“, stellt der städtische Pressesprecher Wolfgang Fischer in Bezug auf den WG-Antrag fest: „Dennoch werden wir im Rahmen des Verfahrens beteiligt. Und diese Möglichkeiten werden wir natürlich zum Wohle unserer Bürger ausschöpfen. Das ist doch selbstverständlich“.