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Celle Ortsteile Grundschülerin aus Celle kämpft gegen Rheuma
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile Grundschülerin aus Celle kämpft gegen Rheuma
17:58 11.10.2016
Tochter Tabea und Mutter Heidrun Averbeck können wieder spielen und lachen.  Quelle: Oliver Knoblich
Heese

Angefangen hatte alles mit einem geschwollenen Knie. „Das hat beim Laufen wehgetan“, sagte die Neunjährige. Die Schmerzen wurden so stark, dass sie kaum noch gehen konnte. „In der Schule wollte ich mit den anderen Kindern fangen spielen und das ging nicht, weil es so weh tat“, erzählt Tabea.

Als Schmerzen und Schwellung nicht abklingen wollten, entschied sich Tabeas Mutter, Heidrun Averbeck, mit ihrer Tochter zum Arzt zu gehen. Nachdem der Hausarzt Mutter und Tochter zum Orthopäden überwiesen hatte und auch dieser nicht weiterhelfen konnte, wurden sie zu einem Spezialisten für Kinder-Rheuma geschickt.

„Ich konnte das erst gar nicht glauben. Ich dachte, das ist Quatsch. Das hat doch kein Kind. Auch keiner aus unserer Familie hatte je Rheuma“, so die Mutter, als sie von der Krankheit ihrer Tochter erfuhr. Etwa eineinhalb Jahre ist das her.

Nach dem festgestellt wurde, was Tabea plagte, erhielt sie ihre erste Behandlung. Dabei wurden ihre Knie punktiert, Flüssigkeit abgezogen und Cortison gespritzt. „Die Spritzen waren sehr unangenehm, es tat weh und hat sehr gedrückt“, sagt Tabea. Dennoch stellte sich eine Besserung ein, die jedoch nur einige Monate vorhielt.

Um der erneuten Punktierung aus dem Weg zu gehen, sollte Tabea von nun an mit dem Medikament „MTX“ und Cortison behandelt werden. Dazu musste sie fünf Tabletten am Tag schlucken. „Das hat sie ganz toll gemacht“, betont die Mutter. Doch hatte die Neunjährige mit permanenter Übelkeit und Schwindelgefühl zu kämpfen, außerdem schwoll ihr Gesicht an. Dennoch nahm sie ihre Medikamente konsequent weiter. „Da war sie ganz verantwortungsbewusst“, so die Mutter. Doch auch diese Form der Behandlung sollte nur vorübergehend Linderung verschaffen. Nachdem Tabeas Rheumasymptome nach der Behandlung durch Tabletten abgeklungen waren, traten sie nach etwa zwei Monaten wieder auf.

Ein weiteres Mal wollte Tabea die vielen Tabletten am Tag nicht nehmen müssen und so entschied ihr Arzt sich, eine dritte Form der Behandlung auszuprobieren. Dazu verordnete er neben dem „MTX“ ein „Biologikum“, sodass Tabea nur noch eine Tablette und zwei Spritzen pro Woche bekommen müsse. „Ich nehme lieber die Spritzen als die Tabletten“, sagt die mutige Grundschülerin.

Bereits zwei Tage nach Beginn der Behandlung stellte sich eine Besserung bei Tabea ein. „Jetzt geht es wieder. Seit Mai dieses Jahres kann sie wieder normal laufen“, so die Mutter.

Das „MTX“ müsse sie noch bis November nehmen und dann nur noch das „Biologikum“, was bedeutet, dass sie auch nur noch eine Spritze pro Woche bekommt. Insgesamt solle Tabea die nächsten zwei Jahre behandelt werden. Mit etwas Glück, meinte ihr Arzt, könne sie danach beschwerdefrei leben.

Durch die Medikamente ist auch jetzt ein nahezu uneingeschränktes Leben möglich. Tabea kann jetzt wieder laufen, lachen und spielen.