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Celle Ortsteile Gut 100 Teilnehmer bei erster Andacht zu "Wunden Punkten" in Celle bei der CZ
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile Gut 100 Teilnehmer bei erster Andacht zu "Wunden Punkten" in Celle bei der CZ
19:35 26.03.2018
Von Dagny Siebke
Quelle: Oliver Knoblich
Celle

Die Pilatusfrage „Was ist die Wahrheit?“ stünde schon immer auf der Tagesordnung einer Zeitung, meinte der Seelsorger. „In den vergangenen Jahren ist immer dreister gelogen worden“, sagte Schmidt-Seffers. Als Beispiele nannte er den russischen Staatschef Wladimir Putin, „der lange bestritten hat, dass russische Soldaten die Krim besetzt haben“, und den US-Präsidenten Donald Trump, dem in den ersten sieben Monaten seiner Amtszeit über 1000 Lügen oder Falschaussagen nachgewiesen wurden.

CZ-Blattmacher Andreas Babel gewährte einen Einblick in die Arbeit der Redaktion. Er hob hervor, dass die Pressefreiheit, wie wir sie in Deutschland kennen, keine Selbstverständlichkeit, sondern weltweit gesehen eher die Ausnahme sei. Immer weniger Menschen scheinen sich heutzutage für wirklich tiefgehenden, kritischen Journalismus vor Ort zu interessieren. Vielen Menschen scheine es zu genügen, sich oberflächlich zu informieren. In den Sozialen Medien, allen voran bei Facebook, würden von manchen Usern gezielt Unwahrheiten verbreitet. Auch komme es hier – auch auf der CZ-Facebook-Seite – des Öfteren zu Beleidigungen und zu Diffamierungen. „Die Moderation auf diesen neuen Kanälen ist eine Aufgabe, die uns immer mehr beschäftigen wird“, sagte der leitende Redakteur.

Sehr persönlich wurde es, als Babel davon berichtete, dass er im September 2001 wohl als Letzter mit einem Kandidaten für den Posten des Winser Bürgermeisters gesprochen hatte. Der Mann, dessen Name Babel bewusst nicht nannte, nahm sich das Leben, nachdem er bei der Wahl gescheitert war. Daran gab er der CZ die Schuld, weil diese geschrieben hatte, dass er vor einer anderen Wahl die Unwahrheit über seine familiären Verhältnisse angegeben hatte. „Was das Verbreiten einer Nachricht ausrichten kann, das muss man aushalten können“, sagte Babel.

Pastor Schmidt-Seffers erinnerte an einen Jahre zurückliegenden Fall, der von der CZ erst dann öffentlich gemacht wurde, als Fakten vorlagen. Dabei ging es um einen kirchlichen Jugendmitarbeiter, der Sex mit einer Minderjährigen gehabt haben soll. „Die Kirche hat aus diesen und aus anderen vorangegangenen Fällen gelernt, dass Straftatbestände immer aktiv angezeigt werden müssen“, sagte Schmidt-Seffers.

Friedhelm Keil begleitete die Andacht am Keyboard. Er wird auch bei den Passionsandachten am Freitag und Samstag musikalisch die drei Lieder anstimmen, die von den Gläubigen gesungen werden. Insgesamt werden wieder sechs „Wunde Punkte“ in Celle aufgesucht werden.

Nachdem der Celler SPD-Fraktionsvorsitzende Patrick Brammer sich bereits in der jüngsten Ratssitzung für den Erhalt der Haesler-Siedlung am Blumläger Feld stark gemacht hat, legt SPD-Ortsvereinsvorsitzender Dietrich Burggraf jetzt argumentativ nach. "Die Häuser am Blumläger Feld müssen grundlegend saniert werden und deshalb muss diese Siedlung gerettet werden. Denn diese Haesler-Bauten und Haesler-Siedlungen bilden architektonisch das demokratisch-soziale Gegenüber zum fürstlich-obrigkeitsstaatlichen Schloss und zur mittelalterlich-ständischen Ordnung der Altstadt", findet Burggraf.

Gunther Meinrenken 26.03.2018

"Wir laufen hier nicht im Büßergewand durch die Gegend", sagt Andreas Holzapfel. Die Laune bei dem Celler ist gut. Er hat mit zwölf Mitstreitern am Sonntagvormittag Winsen erreicht. Die letzte Etappe auf dem Weg zum sowjetischen Soldatenfriedhof in Hörsten steht bevor. "Ich laufe seit vielen Jahren mit", sagt Andreas Holzapfel. Seine Gründe variieren von Jahr zu Jahr. Mal steht die sportliche Herausforderung im Vordergrund, mal ist es der Einstieg in die Karwoche. Und natürlich das Andenken an die Menschen, die auf diesem Weg im April 1945 auf den Todesmärschen ins KZ Bergen-Belsen getrieben wurden.

Simon Ziegler 25.03.2018

Es gibt Wörter, die sich beißen, wie Farben sich beißen. Lärm und Poesie ist so ein Pärchen. Wie beide übereinkommen – oder auch nicht – ist beim ersten Poetryslam im Hagensaal am Freitag zu erleben, „Hacheless – Poesie für Nienhagen“ lautet der Titel des Events, in dessen Verlauf Moderatorin Jessy James LaFleur ihre 100 Gäste immer wieder auffordert, Lärm zu machen für die sieben Stars des Abends, die sich allesamt der Dichtkunst verschrieben haben. Nie spricht sie von Applaus, der den Saal in Form von Füßetrampeln, Klatschen, Aufstehen oder Johlen durchdringt.

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25.03.2018