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Celle Ortsteile Hamburger Pop-Barde überzeugt Celler Fans bei Konzert
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile Hamburger Pop-Barde überzeugt Celler Fans bei Konzert
16:01 03.12.2017
Quelle: Peter Bierschwale
Celle

Der „Hamburger Jung“ Michy Reincke ist schon oft in der CD-Kaserne aufgetreten, und bei jedem Auftritt war es jedes Mal gleich und doch anders. Einerseits leben seine Auftritte natürlich von seinen Songs, aber Reincke ist auch eine charmante Plaudertasche. Da saß er dann minutenlang mit der Gitarre auf dem Schoß auf seinem Hocker und unterhielt sein Publikum mit allerlei Dönekens.

Nach Solo-Auftritten und der Präsentation von Nachwuchs-Künstlern hatte Reincke dieses Mal zwei gestandene Musiker mitgebracht: den Gitarristen Stephan Gade und den Pianisten Philip Mitov. Alle drei Musiker beschränkten sich im Wesentlichen auf das Spielen von Harmonien, besonders die Gitarristen. Dadurch trat die Begleitmusik zugunsten des Gesangs und der Texte Reinckes zurück, unterstützte sie aber auch durch volle Harmonien. Dadurch klangen die alten Songs einerseits wieder vertraut, wurden aber durch die neue Besetzung anders aufgemischt.

Reincke schien sich selbst zu amüsieren, wenn er Nonsens produzierte. So behauptete er, dass Veronica Ferres und Angela Merkel ein und dieselbe Person seien, dafür habe er den Beweis: Es gebe kein gemeinsames Foto von den beiden. Natürlich warb er wie alle Musiker kurz vor der Pause für den Verkauf seiner CDs, aber das dann mit einem ernsthaften Kommentar: Es sei für Musiker nicht möglich, die Produktionskosten für ihre Musik über Musikstreaming-Dienste wie „Spotify“ zu refinanzieren: „Da bräuchten wir 100 Millionen Streams! Also kauft unsere CDs und denkt daran: Ihr unterstützt die richtigen Leute.“

Bevor er dann sein Publikum in die Pause schickte, sang er dann noch mit „Valérie, Valérie“ eines seiner bekanntesten Lieder. Als ob sie darauf gewartet hätten, sangen die Zuschauer den Refrain begeistert und aus vollem Hals mit.

Reincke hatte auch neue Songs mitgebracht, aber es waren nur wenige. Dem Publikum schien das recht zu sein, denn es freute sich über Stücke, die es kannte und mitsingen konnte, wie „Niemand kommt so selten vor“ oder „Mach dein Herz laut“.

Doch eins ändert sich bei keinem Auftritt von Reincke: Bei jedem seiner Auftritte singt er mit seiner hellen Stimme als Zugabe seinen zweiten großen Hit: „Taxi nach Paris“. Das ist schon zum Ritual geworden, und trotz oder wegen seines großen Bekanntheitsgrades begeistert es immer wieder das Publikum: Stehend und mitsingend folgten die Zuschauer ihrem Vorsänger Michy.

Von Peter Bierschwale