Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Celle Ortsteile Harpos "Moviestar" begeistert Ball-Gäste
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile Harpos "Moviestar" begeistert Ball-Gäste
17:12 27.03.2012
Harpo war der Star des Fr¸hlingsballs der Gastronomie und begeisterte mit seinem Auftritt die rund 300 G‰ste im Hotel Celler Tor. Quelle: Gert Neumann
Groß Hehlen

Celler Frühlingsbälle der Gastronomie stehen traditionell für besondere kulinarische Qualität. Spätestens mit Beginn der Ära Benno Eisermann als Dehoga-Kreisverbandsvorsitzender gilt dies auch in musikalischer Hinsicht. Mal sehen, ob Harpo mit George Mc Crae vom Frühlingsball 2011 mithalten kann, fragte sich so mancher. Um es vorweg zu nehmen: Harpo konnte es. Der Jubel der 300 Gäste im großen Saal des Ringhotels Celler Tor wirkte sogar emotionaler. Das war auf die Performance des liebevoll-schüchtern wirkenden Weltstars zurückzuführen.

Kaum in Reichweite des Mikros, begann die Metamorphose, wurde auch dem schmächtig wirkenden Sechziger mit dem roten Rucksack auf dem Rücken, dem Jan Harpe Torsten Svensson, der Rockstar Harpo – quicklebendiger Interpret mit kräftiger Stimme und starker Bühnenpräsenz. Harpo hatte sein Publikum im Griff, wobei der Top-Song „Moviestar" den krönenden Abschluss bildete. Obgleich der Top-1-Song 30 Wochen die deutschen Charts bestimmte, in fast jedem Land dieser Erde in den Radios hoch und runter gespielt wurde, wäre es nicht fair, Harpos Schaffen allein auf diesen einen Titel festzunageln.

Wie ist es denn so, wenn der Titel eines Songs bekannter ist als der Künstler selbst? „Das ist prima so, denn das sichert mir meinen Lebensunterhalt und gibt mir die Freiheit zu tun, was ich möchte, ohne in der Popularität gefangen zu sein“, sagt Harpo am Rande seines Auftritts. Und dass Harpo viel mehr ist als ein weltbekannter „Moviestar"-Sänger, das bewies er in seiner mitternächtlichen fast einstündigen Gala mit Songs wie „Motorcycle Mama“, „In The Zum-Zum-Zummernight“, „Horoskop“, Sayonara“, „Honolulu“ und „Rock'n'Roll Clown". Dies natürlich barfuß, mit entfaltetem Wanderstock, dunkler Brille und blank poliertem Schädel. Doch Harpo trug nicht nur vor, er ließ auch mitsingen. „Bei allem Respekt, er kommt zwar aus Schweden, ist aber einer der unseren“, war an einem der Besuchertische zu hören.

Weit nach Mitternacht: Der zurückhaltende Barde berichtete aus seinem Leben. Ein Mann, der geradezu liebevoll von seinen 16 Rennpferden sprach, obgleich ihn eines bei einem schweren Unfall fast mit einem Pferdetritt getötet hätte und er ein Augenlicht verlor. Harpo, der Mann, der sich in dörflicher Gegend auch um 40 Schafe sorgt, die er behütet und schert. Der Sänger, dem es fast peinlich scheint, dass Anni-Frid Lyngstad in seinem „Moviestar"-Hit nur im Background singen durfte, obgleich sie mit Abba einen Top-Hit nach dem anderen produzierte. Und der berichtete, dass er vor zehn Jahren schon einmal dem Werben Eisermanns gefolgt und in Celle aufgetreten war.

Dass der Dehoga-Frühjahrsball unter dem Titel „Moviestar“ stand, Bundes- (Hennig Otte) und Landesparlamentarier (Thomas Adasch) sowie kommunale Spitzenpolitiker sich die Ehre gaben, all dies beeindruckte Harpo schon. Und auch für die lokale Band „Deep Passion“ um Bandleader Paul Koterwa hatte er ein gutes Wort übrig: „Die sind wirklich gut“.

Von Gert Neumann