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Celle Ortsteile Hehlentorstraße: Neue Pläne für den Radverkehr
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile Hehlentorstraße: Neue Pläne für den Radverkehr
16:29 21.07.2017
Von Gunther Meinrenken
Die Bauarbeiten an der Hehlentorstraße kommen gut voran und liegen im Zeitplan. Die Verlegung der Gasleitungen ist bald abgeschlossen, dann folgen die Schmutz- und Regenwasserkanäle. An den Planungen für den gegenläufigen Radverkehr gibt es immer noch Kritik. Quelle: Fremdfotos/eingesandt
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Nachdem die Pläne für die neue Verkehrsführung bekannt geworden waren, hatten sich Vertreter von Blinden- und Sehbehinderten und auch der SoVD zu Wort gemeldet und deutliche Kritik geäußert. Die Straße sei viel zu eng, als dass dort noch Platz für Radfahrer in Richtung stadtauswärts wäre, so der Tenor. Auch Oberbürgermeister Jörg Nigge (CDU) war skeptisch. Dreimal war er zusammen mit Frohnert vor Ort, um sich selbst einen Eindruck zu verschaffen. Mit dem jetzigen Ergebnis ist er zufrieden.

Nach ersten Entwürfen sollte in Richtung Innenstadt alles so bleiben wie bisher, stadtauswärts hingegen ein 1,25 breiter Streifen für Radfahrer abmarkiert werden. Doch das war Nigge zu heikel. Brenzlige Situation bei gleichzeitigem Autoverkehr wären programmiert gewesen. "Wir werden jetzt einen rot markierten Schutzstreifen in Richtung Innenstadt aufbringen. Dieser wird 1,50 Meter breit sein", erläutert Frohnert. Auf diesem Schutzstreifen werden die Radfahrer Vorrang haben. Das heißt, wenn dort ein Radler unterwegs ist, dürfen die Autos den Schutzstreifen nicht überfahren. Ein Überholen der Radfahrer ist nicht erlaubt, das gebe die Restbreite der Straße von zwei Metern nicht her.

In Gegenrichtung, also stadtauswärts, wird die Stadt einen gemeinsamen Geh- und Radweg ausweisen. Die Fahrradfahrer werden also keinen eigenen Fahrstreifen bekommen, sondern sollen langsam über den Fußgängerweg rollen. Dafür sollen die Laternen näher in Richtung Hauswände rücken, die Radfahrer sollen sich möglichst am Straßenrand entlangschlängeln. "Uns ist bewusst, dass hier viele Fußgänger unterwegs sind. Aber schon jetzt nutzen viele Radfahrer, wenn auch illegal, den Gehweg, ohne dass es zu Unfällen gekommen ist", legt Frohnert dar. Bei der neuen Variante handelt es sich erst einmal nur um einen Testlauf. "Sollte es nicht funktionieren, müssen wir nur ein Schild abnehmen und nicht einen extra markierten Fahrstreifen beseitigen", erklärt Frohnert.

Der gesamte Bereich der Hehlentorstraße soll nach Fertigstellung, die für Ende November geplant ist, als Tempo-20-Zone (verkehrsberuhigter Geschäftsbereich) ausgewiesen werden. An der Kreuzung Schuhstraße/Markt/Hehlentorstraße wird außerdem die verkehrsberuhigte Zone bis zum jetzigen Zebrastreifen in Höhe der Deutschen Bank vorgezogen. Der Zebrastreifen wird dann beseitigt.

Kritik kommt bereits von den Grünen. Deren Fraktionsvorsitzender Bernd Zobel meint: "Grundsätzlich begrüßen wir jegliche Verbesserung für den Radverkehr. Dies ist jedoch mit der beabsichtigten Gegenläufigkeit des Radverkehrs in der Hehlentorstraße nicht gegeben." Auch die Variante mit dem gemeinsamen Fuß- und Radweg überzeugt Zobel nicht. "In dem Bereich sind viel zu viele Fußgänger unterwegs, das wird für alle Beteiligten zu unübersichtlich und stressig. Ein Zweirichtungsradverkehr hätte verkehrssicher in der Hehlentorstraße eingeführt werden können, wenn nicht 2009 eine Ratsmehrheit aus CDU, FDP und Unabhängigen die jetzige Verkehrsführung samt Hafenstraßenkreisel beschlossen hätte."