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Celle Ortsteile Heimat nicht gleich Vaterland
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile Heimat nicht gleich Vaterland
18:43 17.07.2017
Von Gunther Meinrenken
Celle

Biermann spürte der Frage nach, welchen Inhalt beide Begriffe in der von Krisen, religiösem Hass, internationalem Terrorismus und weltweit aufkeimendem Nationalismus geprägten Gegenwart haben, ließen sie sich doch, wie die Geschichte gezeigt habe, auf fatale Weise missbrauchen. Heimat und Vaterland seien aus heutiger Sicht nicht mehr unauflöslich miteinander verbunden. "Wer von oder über Heimat spricht, spricht im Grunde im weitesten Sinne über gelungene gesellschaftliche Integration der verschiedensten Bevölkerungsschichten", so Biermann.

Von Heimat zu reden bedeute auch die Verpflichtung, sie für andere erfahrbar und vor Ort erlebbar zu machen. "In diesem Rahmen spielen bei uns Vereine, Sportvereine, Freiwillige Feuerwehr, Kulturvereine und natürlich auch die Schützenvereine eine überragende Rolle", meinte Biermann, der mahnte, dass das Wort Vaterland nie wieder dazu verwendet werden dürfe, sich selbst zu erhöhen und Nationalismen überwunden werden müssten. "Ich bin ebenso fest wie die Väter und Mütter des Grundgesetzes und der Europäischen Einigung davon überzeugt, dass nur wer Europa unwiderruflich in Frieden, Freiheit und Gerechtigkeit aufbaut, es stark macht, ja es sogar unauflöslich miteinander vereint, sein Vaterland wirklich liebt", sagte Biermann.

Bevor Biermann als Rednerpult trat, hatte Oberster Hauptschaffer Norbert Schüpp das Wort ergriffen. Im Jahr der großen Jubiläen und vor dem Hintergrund der Entwicklung der Allerinsel verwies er darauf, dass die Schützen dort bereits seit fast 600 Jahren ihre Heimat hätten. "Wir akzeptieren die Idee, mehr Leben auf die Allerinsel zu bringen, und wir wollen ein Teil davon sein." Angesichts des neuesten Planungsentwurfs für die weitere Bebauung, nach dem die Theo-Wilkens-Halle dort stehen bleiben und sich ein Festplatz in Richtung Innenstadt anschließen soll, bat Schüpp Rat und Verwaltung: "Machen Sie auf diesem eingeschlagenen Weg weiter."

Besondere Ehrungen wurden Karsten Schröder und Bernd Schröder zuteil. Sie erhielten für ihre langjährige Tätigkeit im Schafferrat die Ehrennadel des Schafferrates. Die gleiche Auszeichnung bekam Friedrich Völker, der über Jahre im Vorstand des Celler Schützenmuseums gewirkt hatte.

Zurück in der alten Heimat ist das Porträt des Hauptkönigs aus dem Jahre 1909, Wilhelm Ahrens. Das lange Zeit verschollene Bild zierte in den vergangenen Jahren ein Büro im Deutschen Schützenmuseum in Coburg. Stefan Grus vom Deutschen Schützenbund übergab es gestern den Celler Schützen, die es in der Porträtgalerie Celler Schützenkönige aufhängen werden.