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Celle Ortsteile Helfer sind in Scheuen mit Leib und Seele dabei
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile Helfer sind in Scheuen mit Leib und Seele dabei
08:49 31.10.2015
In der Flüchtlingsunterkunft in Scheuen engagieren sich viele Menschen, um den Flüchtlingen zu helfen. Andrea Zenk von der DLRG hilft beim Einrichten der neuen, winterfesten Hütten. Quelle: Benjamin Westhoff
Scheuen

Nacheinander schrauben sie ein Bett nach dem anderen zusammen. Nachdem das Hochbett für jeweils zwei Personen aufgebaut ist, müssen die zwei Meter langen Matratzen darauf platziert werden. Dann schrauben Andrea Zenk und Günter Borchert von der Ortsgruppe Celle der Deutschen Lebensrettungs Gesellschaft (DLRG) die Leiter für das Hochbett an. Heute steht das Einrichten der neuen Schnellbauhütten in der Flüchtlingsunterkunft in Scheuen auf dem Programm der Helfer.

Zenk rollt gemeinsam mit ihren Kollegen die PVC-Böden in den 16 Quadratmeter großen Hütten aus, die derzeit als winterfeste Unterkünfte für die rund 1000 Flüchtlinge in Scheuen aufgebaut werden. Anschließend schrauben Zenk und Borchert die kleinen Regale zusammen, die in den Hütten als Kleiderschränke dienen sollen.

„Die Arbeit macht besonders Spaß, wenn man im Nachhinein die dankbaren Gesichter der Flüchtlinge sieht. Ganz viele sind gleich zu uns gekommen und wollten beim Aufbau helfen. Sie waren nett und hilfsbereit“, sagt Zenk. Von Beginn an helfen Zenk, Borchert und ihre Kollegen in der Flüchtlingsunterkunft in Scheuen, wo sie können.

Viele ehrenamtliche Helfer engagieren sich privat im Flüchtlingslager. Neben ihrem Hauptberuf kommen sie in die Notunterkunft und helfen zum Beispiel bei der Registrierung, der Essensausgabe und in der Kleiderkammer.

„Dienst- und Schichtpläne organisieren in Scheuen den Einsatz der vielen Helfer, sodass immer etwa 30 Mitarbeiter pro Schicht vor Ort sind“, erklärt Michael Lukas, Pressesprecher des Malteser Hilfsdienstes. Inzwischen hat sich ein fester Stamm an Ehrenamtlichen gebildet.

„Helfende Hände werden immer gebraucht“, erzählt Stefanie Ristow-Dehn, die sich von Beginn an ehrenamtlich in Scheuen engagiert. Die gelernte Arzthelferin arbeitet hauptberuflich von morgens bis zum Nachmittag in einem ambulanten Pflegedienst und fährt nach der Arbeit in das Flüchtlingscamp nach Scheuen, um bis abends dort zu helfen. Zurzeit kümmert sie sich um die Registrierung der Flüchtlinge in Scheuen und erledigt anfallende Bürotätigkeiten vor Ort. „Ich wollte den Menschen helfen. Sie haben Schlimmes erlebt“, sagt Ristow-Dehn.

Kerstin Stallmann kümmert sich heute um die Essensausgabe in der Flüchtlingsunterkunft. „Zum Mittagessen gab es Hühnerfrikassee und Pudding zum Nachtisch. Es gibt viel Geflügel“, berichtet Stallmann. Reihum stellen sich die Flüchtlinge geordnet an. In der großen Aufenthaltshalle stehen viele Bierzeltgarnituren, die Platz bieten. In einer kleinen Ecke gibt es eine Kinderbetreuung, in einer anderen stehen Informationstafeln, die zum Deutsch- und Politikunterricht genutzt werden. „Dort hat Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende zum Beispiel das Deutsche Grundgesetz zum Erklären der Politik aufgehängt“, so Michael Lukas.

Viele Menschen setzen sich privat in Scheuen ein, um zum Beispiel Deutsch zu lehren oder als Dolmetscher zu helfen. „Viele Flüchtlinge sind dankbar und bieten auch immer wieder ihre Hilfe an“, sagt Günter Borchert.

Von Jessica Poszwa