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Celle Ortsteile Hochwasser: Lachtehäuser Bürger verunsichert
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile Hochwasser: Lachtehäuser Bürger verunsichert
21:17 12.03.2015
Von Gunther Meinrenken
Vor zwei Jahren wurden in Lachtehausen ganze Straßenzüge überflutet. Das Wasser ist weg, die Angst der Bürger vor ähnlichen Ereignissen ist seitdem nicht gewichen. Quelle: Alex Sorokin
Lachtehausen

"Beim Hochwasser vor zwei Jahren waren die Dammaschwiesen trocken und die Aller war nicht über die Ufer getreten und wir sind trotzdem abgesoffen." Mit diesen Worten brachte eine Anwohnerin aus Lachtehausen am Mittwochabend bei der Sitzung des Ortsrates Altenhagen mit Bostel und Lachtehausen ihre Zweifel an der Berechnung des Überschwemmungsgebietes Freitagsgraben zum Ausdruck. Lothar Sander, Fachdienstleiter Umwelt- und Klimaschutz bei der Stadt Celle, hatte über die Neuabgrenzung vor etwa 30 Zuhörern vor allem aus Lachtehausen referiert, die Sorgen und Ängste der Bürger konnte er nicht zerstreuen.

Sander hatte dargelegt, dass die neuen Berechnungen eine "Feinjustierung" des bereits festgelegten Überschwemmungsgebietes für ein angenommenes Jahrhunderthochwasser (HQ 100) darstellen würden. "Wesentliche Bereiche der Wohnbebauung sind jetzt hochwasserfrei", betonte Sander mit Verweis auf den Lontzekweg und An der Bachschleife. Trockener Kommentar aus dem Publikum: "Vor zwei Jahren standen die da unter Wasser."

So zweifeln die Bewohner vor allem daran, dass die Wasserläufe von Aller, Lachte und Freitagsbach als "ein System" zu betrachten seien und der Wasserstand vor allem durch einen Rückstau an der Aller steige, wie Sander darlegte. Der Beweis sei das Hochwasser vor zwei Jahren gewesen.

Unzufrieden war auch Wolfgang Maurer. Das SPD-Ortsratsmitglied hatte die Vorstellung des neuen Überschwemmungsgebietes mit der Frage verknüpft, welche Auswirkungen der Bau der Ostumgehung darauf haben würde. Sander blieb eine eindeutige Antwort schuldig. "Alle Einwirkungen durch die Ostumgehung sind berücksichtigt und hydraulisch durchgerechnet. Egal, ob da eine Brücke steht oder ein Straßendamm, es hat für das Überschwemmungsgebiet keine Auswirkungen."

Das wollte verständlicherweise nicht so richtig in die Köpfe der Lachtehäuser. Was vor allem daran lag, dass Sander versäumte zu erwähnen, dass die Planer der Ostumgehung das Überschwemmungsgebiet in Lachtehausen bereits seit langem auf dem Zettel haben. Bernd-Wilhelm Winkelmann, Projektleiter Ostumgehung gestern zur CZ: "Wir verlieren durch unsere Bauwerke insgesamt Retentionsflächen in einer Größe von 27.000 Kubikmetern. Aber wir bauen eine Flutmelde in Höhe der neuen Allerbrücke im Bereich der K74 mit einem Volumen von 33.000 Kubikmetern."

Da die Flüsse als ein System gedacht würden, würde diese Flutmulde auch für den Bereich Lachtehausen ausreichen. "Ich habe so meine Zweifel, ob das funktioniert", meinte Ortsbürgermeisterin Gertrud Hachmöller (CDU), die Kritik an der Stadt übt. "Seit Jahren hat uns die Stadt versprochen, eine Notrufnummer für Hochwassernotfälle einzurichten. Das ist noch immer nicht geschehen."