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Celle Ortsteile "Ich will hier raus"
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile "Ich will hier raus"
16:44 14.02.2010
Von Oliver Gatz
Überall dunkle Flecken in der Wohnung: Ann-Catrin Ataran will aus ihrer Wohnung in Klein Hehlen ausziehen. Quelle: Peter Müller
Klein Hehlen

KLEIN HEHLEN. So schnell wie möglich will Ann-Catrin Ataran aus ihrer Wohnung ausziehen. Im Sommer ist sie in den Wohnblock in der Beckstraße 4 in Klein Hehlen eingezogen. Doch mit Einbruch der kalten Jahreszeit kam das böse Erwachen: Überall in den Räumen bildete sich Schimmel. „Im Schlafzimmer ist es am schlimmsten“, klagt die 22-Jährige, die mit ihren Kindern Zidan und Milan in der Wohnung lebt. „Der Schimmel hat sogar das Regal von meinem Sohn angefressen.“

Die Zustände in ihrer Wohnung seien kein Einzelfall. „Vor kurzem ist eine Mietpartei ausgezogen, die gerade einmal sechs Wochen in dem Haus gelebt hat“, sagt die alleinerziehende Mutter, die Arbeitslosengeld II bezieht. Seit der Schimmel im November massiv aufgetreten ist, hat die 22-Jährige die Miete gekürzt. Der Vermieter, die Celler Firma Wilharm-Immobilien, erhält derzeit nur die vom Landkreis übernommenen Unterkunftskosten. Die darüber hinaus gehende Restzahlung behält Ataran ein.

Nachdem die 22-Jährige die Probleme dem Vermieter gemeldet hatte, sei im Dezember ein Maler gekommen, berichtet Ataran. Er habe die befallenen Stellen mit Anti-Schimmelfarbe übergepinselt. Viel genützt hat das jedoch nicht. Nach wie vor gibt es an vielen Stellen in der Wohnung dunkle Flecken. „Das sitzt im Mauerwerk drin“, meint Ataran. „Das wird immer wieder durchbrechen, wenn das nicht vernünftig gemacht wird.“

Ataran kämpft mit Hilfe eines Anwalts um die volle Rückzahlung der Mietkaution, die der Landkreis gestellt hat, damit sie sich eine neue Wohnung suchen kann. „Einen Gutachter kann ich nicht bezahlen. Der kostet 600 Euro.“

Klaus Wilharm, Geschäftsführer und Inhaber der gleichnamigen Immobilienfirma, führt die meisten Probleme mit Schimmel in seinem Wohnungsbestand auf falsches Lüften zurück. „Zu 95 Prozent sind die Probleme hausgemacht“, meint er. In vielen Räumen gebe es zu viel Feuchtigkeit, die nicht abgeführt werde. Mehrere Male am Tag sollten deshalb die Mieter ihre Räume stoßlüften. Diese Empfehlung stünde auch im Mietvertrag. „Die Fenster den ganzen Tag auf kipp zu halten, ist das Schlimmste, was man machen kann.“ Man sei dabei, die Wohnungen zu sanieren, sagt Wilharm. „Wir bauen Zwangsbelüftungen ein, damit sich kein Kondensat bildet.

Ataran betont, dass sie sich an die Empfehlungen im Mietvertrag gehalten habe. Gebracht habe das aber nichts, sagt sie. Nun hofft sie, dass sie schnell mit ihren Kindern eine neue Bleibe findet.