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Celle Ortsteile In der Nacht: Viele wollen Tempo 30 auf Fuhrberger Straße in Wietzenbruch
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile In der Nacht: Viele wollen Tempo 30 auf Fuhrberger Straße in Wietzenbruch
14:55 29.11.2013
Von Oliver Gatz
Was lässt ich gegen den Verkehrslärm auf der Fuhrberger Landstraße tun? Viele Wietzenbrucher erhoffen sich Verbesserungen durch Tempo 30.  Quelle: Alex Sorokin
Wietzenbruch

Das Thema Verkehr auf der Fuhrberger Landstraße ist ein Dauerbrenner in Wietzenbruch. Seit Jahren klagen Anwohner über Lärm, der von den Lastwagen ausgeht, und erhoffen sich Besserungen. Zwar verfügt die Straße mittlerweile über „Flüsterasphalt“, doch der Unmut der Anwohner hat sich dadurch keineswegs gelegt. So mancher setzt seine Hoffnungen in eine Geschwindigkeitsreduzierung auf Tempo 30. Dass nicht jeder diese Maßnahme begrüßt, wurde in der jüngsten Ortsratssitzung deutlich, zu der rund 20 lärmgeplagte Wietzenbrucher kamen.

Um sich ein Stimmungsbild zu verschaffen, hatten die Ortsratsmitglieder die Anwohner befragt. Diese Umfrage ist noch nicht ganz abgeschlossen, allerdings zeichnet sich laut Bürgermeisterin Gerda Kohnert ein Trend ab. Und der geht in die Richtung Tempo 30 bei Nacht. "Eine große Anzahl der Bürger befürwortet das", sagte die SPD-Politikerin. Konkrete Zahlen nannte sie aus besagten Gründen noch nicht.

Das Echo auf die Tendenz des Umfrageergebnisses fiel bei den Bürgern unterschiedlich aus. Viele Mautflüchtlinge würden nachts mit Tempo 60 oder 70 über die Fuhrberger Landstraße brettern. Da würde eine Geschwindigkeitsreduzierung auf 30 Kilometer pro Stunde durchaus etwas bringen, meinte ein Befürworter der angedachten Maßnahme.

Andere wiederum argumentierten, dass die Lastwagen dann länger auf der Straße wären und die Umweltbelastung zunehmen würde. Einig waren sich jedoch alle, dass es das Beste wäre, wenn die Mautflüchtlinge gar nicht erst durch Wietzenbruch rollen würden. "Wir wären froh, wenn die Lkws weg wären", brachte es eine Anwohnerin auf den Punkt.

Für Unmut sorgen auch die Fahrbahnverengungen. Sie führen nach Meinung der Anwohner dazu, dass die Lastwagen erst abbremsen und dann wieder beschleunigen. Letztlich würde dadurch mehr Krach verursacht als bei einer einheitlichen Geschwindigkeit. Gefordert wurden auch mehr Radarkontrollen. Das hätte eine abschreckende Wirkung, hieß es.

Die Ortsratsmitglieder werden am Ende ihrer Aktion rund 400 betroffen Bürger befragt haben. Ziel ist es, Aufschluss darüber zu bekommen, wie das Meinungsbild insgesamt aussieht. Seit sie im Ortsrat sitze, habe sie immer wieder Beschwerden über den Verkehrslärm und unterschwellig die Forderung nach Tempo 30 gehört, sagte Judith Knabe. Die Grünen-Politikerin machte deutlich, dass der Ortsrat eine solche Maßnahme sowieso nicht anordnen, sondern nur eine Empfehlung an die Stadtverwaltung und die Ratsgremien abgeben könne.

Darauf machte auch Walter Jochim (CDU) die Besucher der Sitzung aufmerksam. Die Umfrage habe keinerlei rechtliche Relevanz, sagte er. "Sie dient nur der Meinungsbildung." Ebenso sah es Kohnert, die darauf hinwies, dass noch bis diesen Sonntag Antwortbögen entgegengenommen werden. Am Ende könnte möglicherweise ein Antrag des Ortsrates stehen, mit dem sich dann die Ratsgremien beschäftigen müssten.

Kohnert dankte den Ortsratsmitglieder für ihr Engagement und den Anwohnern für die Beantwortung der Fragebögen. "Wir haben viel Bürgernähe gespürt", sagte sie.